Herpes Zoster, Influenza und Pneumokokken: Zusammenhang zwischen Impfungen und reduziertem Demenzrisiko

Kurz & fundiert

  • Impfungen im Erwachsenenalter: Geringeres Demenzrisiko?
  • Analyse von 21 Beobachtungsstudien mit 104 Mio. Personen ab 50 Jahren
  • Impfung gegen Herpes Zoster mit geringeren Risiko für jede Form von Demenz assoziiert, insbesondere für die Alzheimer-Krankheit
  • Impfungen gegen Influenza, Pneumokokken sowie Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten mit reduziertem Demenzrisiko assoziiert
  • Impfstrategien könnten zu Demenzprävention beitragen

 

MedWissEine systematische Übersichtsarbeit mit mehr als 104 Mio. Studienteilnehmern zeigt, dass Impfungen gegen Herpes Zoster, Influenza, Pneumokokken sowie Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten mit einem geringeren Demenzrisiko verbunden sind. Besonders deutlich fiel der Zusammenhang bei der Herpes-Zoster-Impfung und dem Risiko für die Alzheimer-Krankheit aus.


Demenz stellt ein sehr häufiges Gesundheitsproblem bei älteren Menschen dar. Obwohl die Prävention von Demenz eine wichtige Aufgabe des öffentlichen Gesundheitswesens ist, wurde die Rolle von Impfungen bislang nur unzureichend untersucht.

Haben Impfungen einen Einfluss auf spätere Demenzerkrankungen?

Das Ziel einer systematischen Übersichtsarbeit mit Metaanalyse aus Italien war die Frage, ob häufig eingesetzte Impfungen im Erwachsenenalter mit einem geringeren Risiko für die Entwicklung einer Demenz verbunden sind. Für die Analyse wurden die Datenbanken PubMed, Embase und Web of Science von ihrem jeweiligen Beginn bis zum 1. Januar 2025 durchsucht. Eingeschlossen wurden Beobachtungsstudien, welche die Häufigkeit von Demenz oder leichten kognitiven Beeinträchtigungen zwischen geimpften und ungeimpften Erwachsenen im Alter von ≥ 50 Jahren verglichen.

Impfungen mit verringertem Demenzrisiko assoziiert

Insgesamt wurden 21 Studien mit 104 Mio. Studienteilnehmern eingeschlossen. Eine Impfung gegen Herpes Zoster war mit einem geringeren Risiko für jede Form von Demenz verbunden (Risk Ratio, RR: 0,76; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,69 – 0,83). Darüber hinaus zeigte sich ein Zusammenhang mit einem reduzierten Risiko für die Alzheimer-Krankheit (RR: 0,53; 95 % KI: 0,44 – 0,64). Auch eine Influenza-Impfung war mit einem niedrigeren Demenzrisiko assoziiert (RR: 0,87; 95 % KI: 0,77 – 0,99). Für die Pneumokokken-Impfung zeigte sich ein Zusammenhang mit einem geringeren Risiko spezifisch für die Alzheimer-Krankheit (RR: 0,64; 95 % KI: 0,47 – 0,87). Ebenso war die Impfung gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten mit einer signifikanten Verringerung des Risikos für jede Form von Demenz verbunden (RR: 0,67; 95 % KI: 0,54 – 0,83).

Impfstrategien könnten zur Demenzprävention beitragen

Impfungen im Erwachsenenalter, insbesondere gegen Herpes Zoster, Influenza, Pneumokokken sowie Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten, sind mit einem geringeren Risiko für die Entwicklung einer Demenz assoziiert. Nach Einschätzung der Autoren könnten Impfstrategien künftig eine wichtige Rolle in der öffentlichen Demenzprävention spielen.