Akupunktur bei PMOS: Positive Effekte auf IVF/ICSI-Ergebnisse
Original Titel:
Clinical efficacy of acupuncture for women with PCOS undergoing IVF/ICSI: a meta-analysis of randomized controlled trials
- Wirkt Akupunktur bei Frauen mit PMOS (polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom) bei IVF/ICSI unterstützend?
- Metaanalyse von 22 Studien mit 2 299 Frauen mit PMOS in IVF/ICSI
- Mehr klinische Schwangerschaften, mehr Lebendgeburten und durchschnittlich mehr qualitativ gute Embryonen mit Akupunktur
- Qualität der Evidenz als sehr niedrig bis moderat eingestuft
MedWiss – Frauen mit PMOS, die sich einer IVF/ICSI unterziehen, könnten von Akupunktur profitieren. Darauf deuten Ergebnisse einer Metaanalyse von 22 Studien hin. Die Evidenzqualität wird jedoch insgesamt als niedrig bis moderat eingestuft.
Das polyendokrine metabolische Ovarialsyndrom (PMOS; früher PCOS) ist eine häufige Ursache für Unfruchtbarkeit. In-vitro-Fertilisation (IVF) oder intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) können betroffenen Frauen helfen, ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Eine Kinderwunschbehandlung kann jedoch sowohl psychisch, körperlich als auch finanziell sehr belastend sein und es besteht keine Garantie für einen Erfolg. Ergänzende Maßnahmen, die die Erfolgschancen erhöhen und gleichzeitig die Belastung reduzieren, sind daher von Bedeutung. Eine solche Maßnahme ist Akupunktur, die bereits in mehreren Studien untersucht wurde.
Akupunktur: Effekte bei Kinderwunschbehandlung?
Wissenschaftler aus China haben die aktuelle Studienlage zu diesem Thema in einem systematischen Review mit Metaanalyse zusammengefasst. Die Wissenschaftler durchsuchten verschiedene Datenbanken nach geeigneten randomisierten, kontrollierten Studien, die bis zum 07. März 2026 veröffentlicht wurden.
Metaanalyse von 22 randomisierten, kontrollierten Studien
22 Studien erfüllten die Kriterien. Die Studien beinhalteten die Daten von insgesamt 2 299 Frauen mit PMOS, die sich einer IVF/ICSI unterzogen. Die zusammenfassende Analyse zeigte Assoziationen zwischen Akupunktur und folgenden Parametern:
- Klinische Schwangerschaftsrate: Risikodifferenz, RD: 0,13; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,09 – 0,17; p < 0,00001
- Lebendgeburtenrate: RD: 0,15 %; 95 % KI: 0,09 – 0,21; p < 0,00001
- Anzahl qualitativ guter Embryonen: Mittelwertdifferenz, MD: 0,42; 95 % KI: 0,17 – 0,66; p = 0,0009
- Estradiol am Tag der hCG-Gabe: MD: 0,30; 95 % KI: 0,07 – 0,53; p = 0,010
- Gesamtdosis von Gonadotropin: MD: -633,45 IU; 95 % KI:-1034,65 – -232,24; p = 0,002
- Dauer der Gonadotropin-Behandlung: MD: -0,74; 95 % KI: -1,14 – -0,34; p = 0,0003
Auf das Risiko für ein ovarielles Hyperstimulationssyndrom hatte die Akupunktur hingegen keinen signifikanten Einfluss (RD: -0,03; 95 % KI: -0,07 – 0,01; p = 0,11).
Mehr Schwangerschaften und Lebendgeburten bei Akupunktur
Akupunktur könnte sich demnach bei Patientinnen mit PMOS positiv auf IVF/ICSI-Ergebnisse auswirken. So wurde unter anderem eine höhere Lebendgeburtenrate in der Akupunkturgruppe beobachtet. Es ist zu beachten, dass sich die eingeschlossenen Studien hinsichtlich der verwendeten Akupunkturmethoden stark unterschieden. Die Wissenschaftler stuften die Qualität der Evidenz für die Ergebnisse als sehr niedrig bis moderat ein.
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