Probiotika mit Potenzial zur Unterstützung bei Kinderwunsch bei PMOS (früher PCO-Syndrom)

Original Titel:
Effect of Probiotic Supplementation on Reproductive Outcomes of Women With Polycystic Ovary Syndrome Who Are Candidates for Intrauterine Insemination: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial

Kurz & fundiert

  • Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) wird jetzt als polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom (PMOS) bezeichnet
  • Probiotika zur Unterstützung bei Kinderwunsch bei PMOS?
  • Randomisiert-kontrollierte Studie über 8 Wochen mit 100 Frauen
  • Signifikante Steigerung der Endometriumdicke mit Probiotika

 

MedWiss Eine Nahrungsergänzung mit Probiotika für 8 Wochen steigerte in einer placebokontrollierten randomisierten Studie bei Frauen mit dem polyendokrinen metabolischen Ovarialsyndrom (PMOS, bislang PCOS) in Kinderwunschbehandlung die Dicke des Endometriums signifikant. Erste Hinweise auf eventuelle Vorteile für die Chancen für eine erfolgreiche Schwangerschaft müssen in weiteren Studien vertieft untersucht werden.


Verschiedene Studien deuteten an, dass eine sogenannte mikrobielle Dysbiose, also ein Ungleichgewicht in der Zusammensetzung des Mikrobioms im Körper, mit unerfülltem Kinderwunsch in Zusammenhang stehen kann. Eine potenzielle Methode, dem entgegenzuwirken, ist eine Therapie mit Probiotika, besonders wenn Methoden der assistierten Reproduktion zum Einsatz kommen. Wissenschaftler untersuchten nun die Wirksamkeit einer Einnahme von Probiotika zur Unterstützung bei Kinderwunsch von Frauen mit dem polyendokrinen metabolischen Ovarialsyndrom (PMOS), die eine Kinderwunschbehandlung mit intrauteriner Insemination erhielten. Das bislang als polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) bezeichnete Krankheitsbild wird nun polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom (PMOS) genannt, um seine komplexen hormonellen und metabolischen Effekte deutlich zu machen.

Probiotika zur Unterstützung bei Kinderwunsch bei PMOS?

In einer randomisiert-kontrollierten klinischen Studie wurden Frauen mit PMOS, die für eine intrauterine Insemination in Frage kamen, im Doppelblindverfahren in eine Probiotikagruppe und eine Placebogruppe aufgeteilt. Diese Behandlung erfolgte für 8 Wochen. Nach der Induktion der Ovulation und der intrauterinen Insemination ermittelte die Studie chemische und klinische Schwangerschaftsraten, die Zahl dominanter Follikel, für die Follikel mit einer Größe von über 18 mm und die Dicke des Endometriums.

Randomisiert-kontrollierte Studie über 8 Wochen mit 100 Frauen

Insgesamt 100 Frauen im Alter von zwischen 19 und 37 Jahren nahmen an der Studie teil. Die Gruppen unterschieden sich nicht in demographischen Aspekten. Die chemische Schwangerschaftsrate war in der Probiotikagruppe numerisch, aber nicht statistisch signifikant höher als in der Placebogruppe (16 % vs. 12 %; p = 0,564). Die klinische Schwangerschaftsrate in der Probiotikagruppe war ebenfalls numerisch höher (statistischer Trend, nicht signifikant) als in der Placebogruppe (14 % vs. 4 %; p = 0,081). Die durchschnittliche Dicke des Endometriums war jedoch mit Probiotika signifikant höher als mit dem Placebo (p = 0,028). Es wurde hingegen kein Unterschied in der durchschnittlichen Zahl dominanter Follikel festgestellt (p > 0,05). Die weitere Analyse fand, dass die Nahrungsergänzung mit Probiotika einen signifikant positiven Effekt auf die Endometriumdicke hatte im Vergleich zum Placebo (β = 0,618; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,167 – 1,069; p = 0,008).

Signifikante Steigerung der Endometriumdicke mit Probiotika

Die Autoren schließen, dass die Nahrungsergänzung mit Probiotika für 8 Wochen bei Frauen mit PMOS in Kinderwunschbehandlung einen Beitrag zur Steigerung der Dicke des Endometriums leisten kann. Erste Hinweise auf eventuelle Vorteile für die Chancen für eine erfolgreiche Schwangerschaft müssen in weiteren Studien vertieft untersucht werden.

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