GLP-1-Rezeptoragonisten können den Krankheitsverlauf bei CED und Adipositas verbessern

Original Titel:
Glucagon-like peptide 1 receptor agonists and the clinical outcomes of inflammatory bowel disease: a systematic review and meta-analysis

Kurz & fundiert

  • Abnehmmedikamente GLP-1-Rezeptoragonisten: Auch hilfreich bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED)?
  • Einfluss von GLP-1-Rezeptoragonisten auf klinische Endpunkte bei Menschen mit CED und Adipositas untersucht
  • Systematischer Review mit Metaanalyse von 11 Studien mit insgesamt 16 242 Studienteilnehmern
  • Nach 3 Monaten Gewichtsverlust bei Behandlung mit Semaglutid, Liraglutid und Tirzepatid
  • Geringeres Risiko für Krankenhausaufenthalte und Operationen bei Studienteilnehmern mit Adipositas

 

MedWiss GLP-1-Rezeptoragonisten ermöglichen laut den Ergebnissen eines aktuellen systematischen Reviews mit Metaanalyse bei Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und Adipositas einen Gewichtsverlust und senken gleichzeitig das Risiko für Operationen und Krankenhausaufenthalte.


Frühere Studien zeigten, dass Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und Adipositas ungünstigere Krankheitsverläufe aufweisen, insbesondere hinsichtlich Krankenhausaufenthalten, operativer Eingriffe und einer steroidfreien Remission. Mit Glucagon-like-Peptide-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-Rezeptoragonisten, GLP-1-RA) wurden bereits deutliche metabolische Vorteile bei Menschen mit Typ-2-Diabetes mellitus (T2DM) und Adipositas gezeigt. Wissenschaftler untersuchten nun, ob GLP-1-Rezeptoragonisten auch die klinischen Ergebnisse von Menschen mit CED, insbesondere bei bestehender Adipositas, verbessern können.

Einfluss von GLP-1-Rezeptoragonisten auf chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED)?

Ziel dieses systematischen Reviews mit Metaanalyse war die Ermittlung des Einflusses von GLP-1-Rezeptoragonisten auf klinische Endpunkte bei Menschen mit CED. Hierzu wurde eine umfassende Literaturrecherche in den Datenbanken PubMed, Embase, Web of Science und Cochrane Library durchgeführt. Berücksichtigt wurden Veröffentlichungen bis zum 15. März 2025. Eingeschlossen wurden Studien, die Ergebnisse zum Einsatz von GLP-1-Rezeptoragonisten bei Menschen mit CED berichteten. Zu den primären Endpunkten gehörten der Gewichtsverlust sowie verschiedene CED-bezogene Endpunkte wie Krankenhausaufenthalte, operative Eingriffe, der Einsatz von Kortikosteroiden und der Beginn einer fortgeschrittenen Therapie.

Systematischer Review mit Metaanalyse von 11 Studien mit insgesamt 16 242 Studienteilnehmern

Insgesamt wurden 11 Studien mit 16 242 Studienteilnehmern mit CED eingeschlossen, die mit GLP-1-Rezeptoragonisten behandelt wurden. Nach einer Nachbeobachtungszeit von 3 Monaten wurde mit Semaglutid ein Gewichtsverlust von -9,6 kg (95 % Konfidenzintervall, KI: -12,0 – -7,2), mit Liraglutid von -9,4 kg (95 % KI: -13,0 – -5,8) und mit Tirzepatid von -11,8 kg (95 % KI: -18,3 – -5,4) erreicht. In der Metaanalyse waren GLP-1-Rezeptoragonisten mit einem geringeren Operationsrisiko sowohl hinsichtlich der Effektstärken (logHR: 0,61; 95 % KI: 0,44 – 0,84; I² = 0 %) als auch der Ereignishäufigkeiten (Odds Ratio: 0,46; 95 % KI: 0,32 – 0,67; I² = 42 %) verbunden. Die Sensitivitätsanalyse für den Body-Mass-Index (BMI) zeigte zudem ein geringeres Risiko für Krankenhausaufenthalte und operative Eingriffe bei Studienteilnehmern mit Adipositas (BMI ≥ 30).

GLP-1-Rezeptoragonisten förderten Gewichtsverlust, verbesserten klinische Endpunkte und senkten Operationsrisiko bei CED

Menschen mit CED und Adipositas, die mit GLP-1-Rezeptoragonisten behandelt wurden, erreichten demnach einen signifikanten Gewichtsverlust und wiesen ein geringeres Risiko für Operationen sowie Krankenhausaufenthalte auf, so die Ergebnisse der Metaanalyse. Die vorliegenden Ergebnisse müssen allerdings noch in prospektiven Studien zum Einsatz von GLP-1-Rezeptoragonisten bei CED bestätigt werden, wie die Autoren betonen.

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