Darmkrebs

Praxisnahe Untersuchung zeigt: Aflibercept ist wirksam bei metastasiertem Darmkrebs

Original Titel:
Real-world treatment patterns and effectiveness among patients with metastatic colorectal cancer treated with ziv-aflibercept in community oncology practices in the USA

Darmkrebs ist mit ca. 60000 Neuerkrankungen pro Jahr die dritthäufigste Krebserkrankung und die dritthäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Bei ungefähr einem Viertel der Betroffenen liegt zum Zeitpunkt der Diagnose bereits ein fortgeschrittenes Stadium, der metastasierte Darmkrebs (Stadium IV) vor. Die Behandlung bei metastasiertem Darmkrebs beruht in der Regel auf Chemotherapien in Kombination mit modernen Wirkstoffen, welche die Bildung von Blutgefäßen zur Versorgung der Tumore unterdrücken. Zu diesen sogenannten VEGF-Hemmern gehören Bevacizumab, Ramucirumab und Aflibercept. Die Wirksamkeit von Aflibercept bei metastasiertem Darmkrebs wurde bereits in klinischen Studien gezeigt. Klinische Studien geben jedoch nicht immer die realen Bedingungen einer Therapie wieder, da nur eine bestimmte Auswahl an Patienten zur Teilnahme an Studien zugelassen wird.

In einer praxisnahen US-Studie wurde die Behandlung mit Aflibercept von Patienten mit metastasiertem Darmkrebs in einem realen klinischen Umfeld untersucht. Dazu wurden die Behandlungsergebnisse von 218 Patienten mit metastasiertem Darmkrebs gesammelt. Die Patienten hatten bereits mindestens eine gescheiterte Chemotherapie mit Oxaliplatin und Bevacizumab in den meisten Fällen. Im Anschluss haben die Patienten eine Therapie aus Aflibercept und der Chemotherapie FOLFIRI (Folinsäure, 5-Fluoruracil, Irinotecan) begonnen.

Das mittlere Alter der Patienten betrug 63 Jahre. Für etwa ein Viertel der Patienten war die Behandlung mit Aflibercept die zweite Therapie (Zweitlinientherapie). Für ca. 32 % der Patienten war es die Drittlinien- und für ca. 22 % die Viertlinientherapie. Das höchste, durchschnittliche Gesamtüberleben von 12 Monaten erreichten die Patienten mit Aflibercept als Zweitlinientherapie. Nach der Behandlung dauerte es für die Patienten mit Zweit- oder Drittlinientherapie im Schnitt vier Monate, bis es zu einem Krankheitsfortschritt kam. Für Patienten mit Viertlinientherapie vergingen drei Monate bis zum Fortschreiten der Erkrankung. Zu den häufigsten unerwünschten Nebenwirkungen gehörten Störungen des Magen-Darm-Traktes und Fatigue (Erschöpfungssyndrom).

Zusammengefasst zeigt diese Studie, dass im klinischen Alltag Patienten mit metastasiertem Darmkrebs am häufigsten ab der Drittlinientherapie mit Aflibercept behandelt werden. Das Gesamtüberleben der Patienten und die unerwünschten Nebenwirkungen sind vergleichbar mit den Ergebnissen aus klinischen Studien (VELOUR-Studie).

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