Demenz / Alzheimer

Vielversprechender Rückblick: Alzheimerprävention könnte mit manchen Entzündungshemmern möglich sein

Original Titel:
NSAID Exposure and Risk of Alzheimer's Disease: An Updated Meta-Analysis From Cohort Studies

Neue rückblickende Daten deuten darauf, dass entzündungshemmende Wirkstoffe gegen eine Alzheimererkrankung schützen könnten. Zumindest rückblickend erkrankten Menschen mit antiinflammatorischer Behandlung (NSAID) seltener an der Demenzerkrankung. Ob eine solche Behandlung allerdings vorbeugend eingesetzt werden könnte sowie optimale Dosierungen und Medikamente, müssten nun gezielte klinische Medikamentenstudien klären. Auch muss genauer ermittelt werden, welche Patientengruppen am meisten von einer solchen Behandlung profitieren könnten – schließlich hat eine antientzündliche Therapie ihre eigenen Risiken und Nebenwirkungen und sollte daher nur bei ausgewählten Patientengruppen, eventuell mit erhöhtem Risiko für eine Alzheimererkrankung, kontrolliert eingesetzt werden.


Bei der Erforschung der Alzheimererkrankung dreht sich derzeit vieles um die Faktoren, die noch in jüngeren Jahren relevant sind: Risikofaktoren, Früherkennung und schützende Faktoren. Frühere beobachtende Studien sowie eine systematische vergleichende Übersicht hatten darauf hingedeutet, dass Entzündungshemmer der nicht-steroidalen Sorte, sogenannte NSAID (kurz vom engl. non-steroidal antiinflammatory drugs) mit einem reduzierten Risiko für eine Alzheimererkrankung einhergehen. Zu dieser Medikamentenklasse gehören beispielsweise Aspirin, Acetaminophen oder Ibuprofen. Weitere Studien dazu blieben allerdings uneindeutig. Eine Forschergruppe von der XinXiang Medical University sowie den neurologischen Abteilungen dreier Kliniken in China untersuchte nun in einer Übersichtsstudie über viele Patienten, welchen Einfluss entzündungshemmende Medikamente auf die Entwicklung der Alzheimererkrankung haben.

Risikofaktoren, Früherkennung und schützende Faktoren

Dazu wurden Studien in verschiedenen medizinwissenschaftlichen Datenbanken wie PUBMED, Embase und der Cochrane Library mit Veröffentlichungsdaten bis April 2017 ermittelt. Sogenannte Kohortenstudien wurden ausgewählt und analysiert – also solche Studien, in denen eine größere Bevölkerungsgruppe betrachtet worden war.

Von 121 thematisch relevanten Studie konnten 16 Kohortenstudien ermittelt werden. Diese beinhalteten Daten von insgesamt 236022 Teilnehmern und waren zwischen 1995 und 2016 veröffentlicht worden. Die Übersichtsanalyse zeigte, dass derzeitige oder frühere Behandlung mit nicht-steroidalen Entzündungshemmern klar das Alzheimerrisiko senkte. Die Menschen, die zur Behandlung anderer Erkrankungen also solche Medikamente einnahmen, erkrankten seltener an Alzheimer also die Menschen, die keine solchen antientzündlichen Mittel einnehmen mussten. Die sogenannte Risikorate, mit der die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung in Zahlen gefasst wird, war bei den behandelten Menschen um 20 % reduziert. Einzelne Entzündungshemmersorten waren dabei aber nicht klar als vorteilhaft erkennbar.

Menschen mit antientzündlicher Behandlung erkrankten seltener an Demenz

Die Datenlage deutet demnach darauf hin, dass entzündungshemmende Wirkstoffe gegen eine Alzheimererkrankung schützen könnten. Zumindest rückblickend erkrankten Menschen mit antiinflammatorischer Behandlung (NSAID) seltener an der Demenzerkrankung. Ob eine solche Behandlung allerdings vorbeugend eingesetzt werden könnte sowie optimale Dosierungen und Medikamente, müssten nun gezielte klinische Medikamentenstudien klären. Auch muss genauer ermittelt werden, welche Patientengruppen am meisten von einer solchen Behandlung profitieren könnten – schließlich hat eine antientzündliche Therapie ihre eigenen Risiken und Nebenwirkungen und sollte daher nur bei ausgewählten Patientengruppen, eventuell mit erhöhtem Risiko für eine Alzheimererkrankung, kontrolliert eingesetzt werden.

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