Gibt es eine Immunantwort gegen den CGRP-Antikörper Galcanezumab?

Original Titel:
Assessment of immunogenicity from galcanezumab phase 3 trials in patients with episodic or chronic migraine

MedWiss – Erkennt der eigene Körper die Migräneprophylaxe Galcanezumab, ein Eiweiß, als Fremdstoff, könnte er Immunabwehr dagegen entwickeln und das Medikament zerstören. Dazu untersuchten Forscher die Antikörperbildung gegen Galcanezumab in mehreren Studien der Phase 3. Demnach entwickelten sich durchaus Antikörper gegen Galcanezumab, häufig zwischen 3 und 6 Monaten nach der ersten Injektion. Diese Immunogenizität schien jedoch nicht die Konzentration an Galcanezumab, CGRP oder die Wirksamkeit oder Verträglichkeit des Medikaments bei Patienten zu beeinflussen.


Bei der neuen Migräneprophylaxe mit CGRP-Antikörpern oder Antikörpern gegen den CGRP-Rezeptor ist es denkbar, dass der eigene Körper diese Eiweiße als Fremdstoffe erkennt und eine Immunabwehr dagegen entwickelt. Theoretisch könnte der Körper die Eiweiße also auch zerstören. Forscher analysierten nun in klinischen Studien der Phase 3, ob eine solche Immunogenizität von Galcanezumab besteht und wie ausgeprägt sie ist.

Erkennt der eigene Körper Galcanezumab als fremd und geht dagegen vor?

Die Daten zur Immunantwort des Körpers wurden zu Beginn und in den Doppelblindphasen placebokontrollierter Studien über 3 Monate mit Patienten mit chronischer Migräne, über 6 Monate mit Patienten mit episodischer Migräne sowie von Anfang und Open-Label-Phase einer 12-monatigen Studie mit Patienten mit chronischer oder episodischer Migräne. Die Forscher ermittelten die Menge an Antikörpern zu Beginn, die Menge, die sich im Laufe der Behandlung entwickelte, die Menge an Antikörpern, die das Medikament neutralisieren konnten und den Effekt von Antikörpern gegen des Mittel auf die Pharmakokinetik (z. B. Aufnahme, Verteilung und Abbau der Substanz im Körper) und Pharmakodynamik (z. B. das Wirkprofil und die Dosis-Wirkung-Abhängigkeit). Mit Hilfe der Zahl monatlicher Migränekopfschmerztage wurde außerdem der Zusammenhang zwischen den Antikörpern gegen das Medikament und seiner Wirksamkeit untersucht. Mit Sicherheitsanalysen ermittelten die Wissenschaftler einen möglichen Zusammenhang zwischen behandlungs-emergenten Antikörpern gegen das Medikament und Überempfindlichkeiten oder unerwünschten Ereignissen an den Injektionsstellen.

Analyse von Antikörperbildung in mehreren Phase-3-Studien

Über die Studien hinweg hatten 5,9–11,2 % der Patienten zu Beginn der Studie Antikörper gegen das Medikament. Im Lauf der Behandlung entwickelten 2,6–12,4 % in der Galcanezumab-Gruppe und 0,5–1,7 % in der Placebo-Gruppe Antikörper gegen Galcanezumab. Die Mehrzahl der in der Behandlung auftretenden Antikörper gegen das Mittel wurde etwa 3–6 Monate nach der ersten Injektion detektiert.

Insgesamt schien allerdings die Antikörper-Menge keine Beeinträchtigung der Galcanezumab-Konzentration oder Einfluss auf die Konzentration an CGRP zu haben. Auch die Wirksamkeit von Galcanezumab schien nicht negativ davon beeinflusst zu sein. Es gab keine Hinweise auf Überempfindlichkeiten oder unerwünschte Reaktionen an den Injektionsstellen, die durch die im Lauf der Behandlung entwickelten Antikörper gegen das Medikament vermittelt zu sein schienen.

Nachweis von Immunogenizität, keine Hinweise auf Beeinträchtigung von Wirksamkeit und Verträglichkeit

Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen, dass der Körper durchaus Antikörper gegen Galcanezumab produziert, die häufig zwischen 3 und 6 Monaten nach der ersten Injektion zu detektieren sind. Diese Immunogenizität schien in diesen Studien jedoch nicht die Konzentration an Galcanezumab, CGRP oder die Wirksamkeit oder Verträglichkeit des Medikaments bei Patienten zu beeinflussen.

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