Migräne

Lasmiditan über vier Migräneattacken: Randomisierte Doppelblindstudie

Original Titel:
Randomized, controlled trial of lasmiditan over four migraine attacks: Findings from the CENTURION study

Kurz & fundiert

  • Lasmiditan: selektiver Agonist für den 5-HT1F-Rezeptor
  • Wirkt Lasmiditan gegen akute Migräne auch für mehrere Anfälle?
  • Ermittlung der Schmerzfreiheit in der ersten und in mehreren Migräneanfällen
  • 1 471 Patienten mit Dosierungen 100 oder 200 mg oder Placebo (3 Anfälle) + 50 mg (1 Anfall)
  • Schmerzfrei nach 2 Stunden, auch bei mehr als nur einer Attacke

 

MedWiss – Lasmiditan ist ein neues Akutmedikament gegen Migräne, das besonders auch für Patienten mit Migräne mit Aura geeignet sein soll. Hier wurde nun in einer klinischen Studie der Phase 3 untersucht, ob das Mittel konsistent über mehrere Anfälle hinweg zu Schmerzfreiheit verhelfen konnte. Bei 1 471 Patienten zeigte sich gute Wirksamkeit und signifikanter Behandlungsvorteil im Placebovergleich sowie konsistente Effekte über 4 Migräneattacken.


Lasmiditan ist ein gezielter und selektiver Agonist für den 5-HT1F-Rezeptor und hat bislang vielversprechende Wirkung gegen akute Migräne gezeigt. Das Mittel soll besonders auch für Patienten offenstehen, die beispielsweise aufgrund von Herz-Kreislauf-Risiken keine Triptane nehmen können. Forscher analysierten nun die Daten der klinischen Multizentrenstudie (Phase 3) CENTURION, die im Doppelblindverfahren die Wirksamkeit von Lasmiditan bei der Akuttherapie der Migräne untersuchte. Dabei wurde die Wirkung über 4 Migräneanfälle je Patient betrachtet, um zu ermitteln, ob das Medikament auch mehrmals gut wirkt.

Wirkt Lasmiditan gegen akute Migräne auch für mehrere Anfälle?

Patienten mit Migräne wurden randomisiert einer von drei Behandlungsgruppen zugeordnet: mit 200 mg Lasmiditan, 100 mg Lasmiditan oder einer Kontrollgruppe, die ein Placebo für drei Attacken erhielt und 50 mg Lasmiditan für entweder die dritte oder vierte Attacke. Der primäre Endpunkt war die Schmerzfreiheit nach 2 Stunden im ersten behandelten Migräneanfall und Schmerzfreiheit nach 2 Stunden in mindestens 2/3 der Attacken. Sekundäre Endpunkte waren Schmerzlinderung, anhaltende Schmerzfreiheit und Freiheit von Beeinträchtigung durch die Migräne.

Ermittlung der Schmerzfreiheit in der ersten und in mehreren Migräneanfällen

Insgesamt nahmen 1 471 Patienten bei mindestens einer Migräneattacke Lasmiditan oder die Kontrolle ein. Beide primären Endpunkte wurden mit 100 mg und 200 mg Lasmiditan erreicht (p < 0,001). Eine signifikante Zahl der Teilnehmer war also nach 2 Stunden mit Hilfe von Lasmiditan schmerzfrei in mindestens 2 von 3 Anfällen. Ebenso zeigte sich ein Behandlungsvorteil mit Lasmiditan bei der Schmerzlinderung, anhaltender Schmerzfreiheit und Beeinträchtigung durch die Migräne.

Adverse Ereignisse im Zuge der Behandlung traten am häufigsten während der ersten behandelten Migräne auf. Typisch waren unerwünschte Ereignisse wie Schwindel, Parästhesien, Fatigue und Übelkeit. Diese waren allerdings generell nur mild oder moderat ausgeprägt.

Schmerzfrei nach 2 Stunden, auch bei mehr als nur einer Attacke

Die Analyse der Doppelblindstudie über 4 Migräneattacken zeigte, dass die Akutbehandlung mit Lasmiditan früh und anhaltend gegen die Migränekopfschmerzen und beeinträchtigende Symptome wirkt. Dies konnte mit zwei Dosierungen (100 mg und 200 mg) gezeigt werden. Die Wirksamkeit wurde zudem im Vergleich über vier Migräneanfälle konsistent gesehen.

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