Frühgeburten durch Endometriose

Original Titel:
Endometriosis and preterm birth: A Danish cohort study

 
Kurz & fundiert
  • Wie häufig sind Frühgeburten bei Endometriose-Patientinnen?
  • Populationsbasierte Kohorten-Studie in Dänemark
  • Ausgelöste und spontane Frühgeburten, sowie Frühgeburten durch Riss von Membranen vor der 37ten und vor der 32ten Woche wurden registriert
  • Frauen mit Endometriose haben ein 1,6-fach erhöhtes Risiko einer Frühgeburt und ein 1,8-fach erhöhtes Risiko einer extremen Frühgeburt
  • Frühgeburten wurden 2,4-mal öfter ausgelöst, extreme Frühgeburten waren mit 2,2-fach erhöhter Wahrscheinlichkeit spontan
  • Das Risiko von extremen Frühgeburten durch Membranriss war 3,49-fach erhöht
  MedWiss – Von Endometriose betroffene Frauen sind unter anderem häufig auch bei dem Thema Schwangerschaft und Kinderwunsch von Komplikationen geplagt. Kommt es zu einer Schwangerschaft, treten zusätzlich vermehrt Probleme wie eine zu frühe Geburt auf. In dieser Studie wurde deshalb untersucht, wie stark Endometriose Patientinnen von Frühgeburten betroffen sind.
Endometriose ist für daran erkrankte Frauen eine gesundheitliche Bürde, die sich schnell zusätzlich auf emotionaler Ebene bemerkbar macht, da ein Kinderwunsch durch Infertilität erschwert werden kann. Ist eine Schwangerschaft möglich oder war eine Kinderwunschbehandlung erfolgreich, treten wiederum Probleme wie Frühgeburten auf, die sich bei Endometriose-Patientinnen häufen.

Populationsbasierte Studie aus Dänemark

Die Autoren dieser dänischen populationsbasierten Kohorten-Studie sammelten Daten aus Geburtenregistern bezüglich der Frühgeburten und aus Krankenhausdatenbanken zum Endometriose-Status. Als Frühgeburten galten dabei Geburten vor der 37ten Schwangerschaftswoche, als extreme Frühgeburten Geburten vor der 32ten Woche. Es wurden eingeleitete und spontane Frühgeburten gewertet, sowie Frühgeburten aufgrund von Membranrissen.

Endometriose erhöht das Frühgeburten-Risiko

Frauen mit Endometriose hatten ein 1,6-fach höheres Risiko einer Frühgeburt und ein 1,8-fach höheres Risiko einer extremen Frühgeburt im Vergleich mit Frauen ohne Endometriose. Bei Endometriose-Patientinnen wurde 2,4-mal öfter eine Frühgeburt (vor der 37ten Woche) eingeleitet als bei Frauen ohne Endometriose, eine spontane extreme Frühgeburt kam 2,2-mal häufiger vor. Zudem war das Risiko von Membranrissen und nachfolgender Frühgeburt 3,49-fach höher mit Endometriose. Diese Studie deutet darauf hin, dass es bei Schwangerschaften bei Frauen mit Endometriose häufiger zu Frühgeburten kommen kann. Weitere Studien sind für ein besseres Verständnis und bestmögliche Versorgung von Endometriose-Patientinnen nötig.  

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