Retardtabletten-Zulassung: PsA-Therapie mit Tofacitinib nun auch nur einmal täglich

MedWiss – Die Psoriasis-Arthritis, kurz PsA, ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung, die Gelenke und Haut angreift, aber unbehandelt auch weitere weitreichende Schäden im Körper verursacht. Eine wirksame Behandlung der PsA kann das Hautbild verbessern, die Gelenkfunktion erhalten und so auch die Lebensqualität Betroffener nachhaltig verbessern.


Ist die Basistherapie mit einem krankheitsmodifizierenden antirheumatischen Medikament wie Methotrexat nicht ausreichend wirksam oder wird nicht vertragen, kann der Wirkstoff Tofacitinib in den Therapieplan aufgenommen werden. Tofacitinib ist ein sogenannter JAK-Inhibitor, der auf das Enzym Januskinase (kurz JAK) einwirkt und so entzündungsfördernde Signalkaskaden im Körper wirksam und verträglich hemmt. Die langfristige Wirksamkeit von Tofacitinib wurde mit Blick auf rheumatologische und dermatologische Endpunkte sowie Patienten-berichtete Ergebnisse (sog. PROs, patient reported outcomes) wie allgemeine körperliche Funktion, Fatigue und Arthritis-bedingte Schmerzen bis Monat 36 gezeigt, das insgesamt konstante Sicherheitsprofil von Tofacitinib bei erwachsenen Patienten mit aktiver PsA wurde über 48 Monate dokumentiert (Nash et al., 2021).

Der Wirkstoff kann oral, als Tablette, eingenommen werden und ist seit 2017 in der EU zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis, seit 2018 auch zur Behandlung der PsA zugelassen. Die bisherige Behandlung mit Tofacitinib umfasste die zweimal tägliche Tabletten-Einnahme (5 mg). Eine neue Retardtablette setzt nun den Wirkstoff verzögert frei. Dies ermöglicht eine nur einmal tägliche Einnahme von 11 mg bei der Wirksamkeit entsprechend zur zweimal täglichen Behandlung mit 5 mg Tofacitinib. Diese praktischere Darreichung ist jetzt sowohl für die Behandlung der rheumatoiden Arthritis als auch der PsA zugelassen (EMA 2021).

Patienten können ihre Therapie von der klassischen Tofacitinib-Tablette zur neuen Retardtablette (oder auch zurück) am Tag nach der letzten Dosis der vorherigen Tablettenform umstellen (Fachinformation Xeljanz®; 03/2022), um ihre PsA deutlich einfacher zu behandeln.

 

Quellen

1. European Medicines Agency, https://www.ema.europa.eu/en/documents/procedural-steps-after/xeljanz-epar-procedural-steps-taken-scientific-information-after-authorisation_en.pdf, letzer Aufruf: 16.05.2022

2. Nash P et al. Lancet Rheumatol 2021; 3:e270–e283

3. Fachinformation Xeljanz®, Stand Juni 2022

 

// Link zum Pflichttext von XELJANZ: http://bit.ly/2PbOT8x  //

 

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