Impfstoffkandidat gegen MERS zeigt langanhaltende Immunantwort

Ein von Wissenschaftler:innen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) entwickelter experimenteller Impfstoff gegen das Middle East Respiratory Syndrome (MERS) löst auch zwei Jahre nach Auffrischungsimpfung eine stabile und funktionsfähige Immunantwort im Menschen aus. Das ist das Ergebnis einer klinischen Langzeitstudie, die von einem internationalen Forschungsteam des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) unter Leitung des UKE durchgeführt und durch das DZIF sowie die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) gefördert wurde. Ihre Ergebnisse haben die Forschenden in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

Untersucht wurde der Impfstoffkandidat MVA-MERS-S, der auf einem abgeschwächten Pockenvirus basiert. MERS verursacht schwere Atemwegserkrankungen mit einer hohen Sterblichkeitsrate von bis zu 36 Prozent. Obwohl Infektionen beim Menschen bislang selten sind, gilt das Virus als potenzielle Bedrohung für zukünftige Ausbrüche. MERS gehört zur WHO-Liste der prioritären Krankheitserreger, für die dringend Impfstoffe und Therapien benötigt werden.

Neben dem UKE waren an der Studie das Institut für Virologie der Charité, das Institut für Virologie der Philipps-Universität Marburg sowie das Department of Viroscience am Erasmus Medical Centre in Rotterdam (Niederlande) beteiligt. Sie wurde in Kooperation mit dem vom UKE geleiteten Sonderforschungsbereich 1648 „Emerging Viruses: Struktur, Pathogenese und Immunität“ durchgeführt.

Publikation: Mayer et al. Two-year persistence of MERS-CoV-specific antibody and T cell responses after MVA-MERS-S vaccination in healthy adults. Nature Communications. 2026.
DOI: https://doi.org/10.1038/s41467-025-68248-5