Vunakizumab: Behandlungsunterbrechungen senken Therapieerfolg signifikant
Original Titel:
Impact of treatment interruption on the efficacy and safety of vunakizumab in patients with moderate-to-severe plaque psoriasis: a post-hoc analysis of a phase 3 trial
- Vunakizumab bei mittelschwerer/schwerer Psoriasis: Therapiepausen problematisch?
- Antikörper gegen Interleukin IL-17A
- Post-hoc-Analyse von Phase-3-Studiendaten zu 460 Patienten
- Behandlung über 52 Wochen
- Signifikant schlechteres Ansprechen bei Therapieunterbrechungen
MedWiss – Eine Post-hoc-Analyse von Daten einer Phase-3-Studie mit 460 Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Psoriasis fand, dass die Verträglichkeit des IL-17A-Hemmers Vunakizumab nicht durch Behandlungsunterbrechungen beeinflusst wird. Jedoch wurde die Wirksamkeit mit Blick auf Schweregrad, Lebensqualität und Psyche speziell bei mehrfach unterbrochenen Behandlungen über 52 Wochen signifikant reduziert.
Für die Behandlung von Psoriasis steht mittlerweile ein breites Spektrum an Wirkstoffen bereit. Jedoch ist die Psoriasis eine komplexe und nicht vollständig verstandene Erkrankung. In manchen Fällen stellt sie auch nach mehreren Therapieversuchen noch eine Herausforderung und starke Belastung für die Betroffenen dar. Daher werden weiterhin neue Wirkstoffe entwickelt, die auf dem bisherigen Verständnis und den klinischen Erfahrungen aufbauen.
Vunakizumab bei mittelschwerer/schwerer Psoriasis: Therapiepausen problematisch?
Vunakizumab ist ein neuartiger Antikörper (Biologikum), der das Interleukin IL-17A hemmt. In früheren Studien konnte die Wirksamkeit und Sicherheit der Behandlung bei mittelschwerer oder schwerer Psoriasis demonstriert werden. Die vorliegende Analyse untersuchte nun, welchen Einfluss eine Behandlungsunterbrechung auf die Wirksamkeit und Sicherheit von Vunakizumab hat.
Die Post-hoc-Analyse nutzte Daten einer klinischen Studie der Phase 3, in der Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Psoriasis über 52 Wochen mit Vunakizumab behandelt wurden. Patienten wurden in eine Gruppe mit und eine ohne Behandlungsunterbrechungen unterteilt. Die Autoren analysierten Verbesserungen der PASI-Werte (Psoriasis Area and Severity Index), PGA-Werte (Physician’s Global Assessment von 0/1) und SF-Werte (Short Form-36) als Behandlungsergebnis.
Post-hoc-Analyse von Phase-3-Studiendaten zu 460 Patienten
Insgesamt erhielten 460 Patienten den Wirkstoff und konnten für diese Studie analysiert werden. Über 52 Wochen unterbrachen 223 Patienten ihre Behandlung einmal oder mehrfach, während 237 Patienten ihre Therapie ununterbrochen beibehielten. Die beiden Gruppen unterschieden sich nicht in Alters- und Geschlechtszusammensetzung. Allerdings lagen Unterschiede in der Psoriasis-Familiengeschichte (p = 0,003), erhöhten Blutfettwerten (p = 0,035), Typ-2-Diabetes-Diagnosen (p = 0,021) und dem Schweregrad der Belastung durch die Psoriasis (PASI, sPGA und SF-36 PCS) vor.
In der Woche 52 erreichten Patienten mit Behandlungsunterbrechung seltener eine Verbesserung des Schweregrads der Psoriasis (alle p < 0,001):
- PASI75: Unterbrechung: 77,1 %; Durchgängig: 97,9 %
- PASI90: Unterbrechung: 67,3 %; Durchgängig: 94,1 %
- PASI100: Unterbrechung: 49,8 %; Durchgängig: 75,9 %
- PGA 0/1: Unterbrechung: 62,8 %; Durchgängig: 93,7 %
Darüber hinaus wurden bei Patienten mit Behandlungsunterbrechungen in Woche 52 geringere Verbesserungen von patientenberichteten Ergebnissen festgestellt (alle p < 0,05). Dazu zählten die dermatologische Lebensqualität, eine Einschätzung des Juckreizes sowie psychische Symptome (SF-36 Mental Component). In einer Untergruppen-Analyse korrelierte eine häufigere Unterbrechung der Behandlung mit schlechterem Ansprechen im PASI und in den patientenberichteten Ergebnissen (beide p < 0,05). Die Häufigkeit unerwünschter Ereignisse war vergleichbar zwischen beiden Gruppen.
Signifikant schlechteres Ansprechen bei Therapieunterbrechungen
Die Autoren schließen, dass die Verträglichkeit von Vunakizumab bei mittelschwerer oder schwerer Psoriasis nicht durch Behandlungsunterbrechungen beeinflusst wird, die Wirksamkeit jedoch speziell bei einer mehrfach unterbrochenen Behandlung über 52 Wochen signifikant leidet.
© Alle Rechte: MedWiss.online