Lungenkrebs

Atemmuskel-Training zur Vorbereitung der Lungen-OP

Original Titel:
Optimal timing of threshold inspiratory muscle training for functional outcomes in patients undergoing lung cancer surgery: a systematic review and meta-analysis

Kurz & fundiert

  • Training der Atemmuskulatur rund um die Lungen-OP – wann sinnvoll?
  • Atemmuskel-Training gegen Widerstand: TIMT (threshold inspiratory muscle training)
  • Systematischer Review mit Metaanalyse über 13 Studien
  • Atemmuskel-Training bereits eine Woche vor und am Tag nach der OP

 

MedWiss Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 13 Studien fand, dass Patienten mit Lungenkrebs bereits eine Woche vor der Lungenresektion mit einem gezielten Atemmuskeltraining gegen einen Widerstand die Erholung der Lungenfunktion nach der OP unterstützen können. Schon am Tag nach der OP war das Training demnach sicher.


Lungenkrebs-Patienten leiden häufig nach einer Lungenresektion unter schlechtere Lungenfunktion und können verschiedene postoperative Lungenkomplikationen entwickeln. Atemübungen könnten solche Symptome verbessern.

Training der Atemmuskulatur rund um die Lungen-OP – wann sinnvoll?

Ziel der vorliegenden Studie war es, das optimale Zeitfenster für ein spezifisches Atemmuskel-Training (threshold inspiratory muscle training, TIMT) zu ermitteln. Mit TIMT ist ein inspiratorisches Muskeltraining gemeint, bei dem Patienten im Rahmen eines angeleiteten Trainingsprogramms gegen einen Widerstand anatmen. Der systematische Review mit Metaanalyse untersuchte auch, ob TIMT sicher und wirksam bei Lungenkrebs-Patienten nach der Operation zur Reduktion postoperativer pulmonaler Komplikationen eingesetzt werden kann. Darüber hinaus untersuchten die Autoren die Dauer des Krankenhausaufenthalts nach der Lungenkrebs-OP und die funktionelle Erholung der Patienten.

Der systematische Review ermittelte relevante Studien aus den medizin-wissenschaftlichen Datenbanken PubMed, Cochrane Library, Web of Science, Embase, China National Knowledge Infrastructure, Wanfang Database, VIP Database und Chinese Biomedical, mit Veröffentlichungsdaten bis 9. Mai 2025.

Systematischer Review mit Metaanalyse über 13 Studien

Die Metaanalyse umfasste 13 Studien mit zusammen 761 Patienten. Demnach reduzierte TIMT die Rate postoperativer pulmonaler Komplikationen im Vergleich zum konventionellen Atemtraining. Auch der Krankenhausaufenthalt nach der OP war bei Patienten mit TIMT kürzer als bei Patienten in Kontrollgruppen. Das Training verbesserte zudem den maximalen Einatemdruck sowie die Strecke, die die Patienten im 6-minütigen Gehtest (6MWT) zurücklegen konnten. In Untergruppen-Analysen zeigte sich, dass bereits eine Woche vor der Operation mit dem Training mit TIMT begonnen werden kann, um Vorteile zu bringen. Das Training kann, so die Analyse weiter, schon am Tag nach der Operation sicher begonnen werden.

Atemmuskel-Training bereits eine Woche vor und am Tag nach der OP

Die Autoren schließen, dass Patienten mit Lungenkrebs bereits eine Woche vor der Lungenresektion mit einem gezielten Atemmuskeltraining gegen einen Widerstand die Erholung der Lungenfunktion nach der OP unterstützen können. Ein solches Training kann demnach helfen, möglichen postoperativen Lungenkomplikationen vorzubeugen oder entgegenzuwirken. Die Metaanalyse fand, dass nach aktuellem Wissensstand das Training schon am ersten Tag nach der Operation sicher ist.

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