Einfluss spezifischer sozialer Interaktionen auf das Sterberisiko bei Prostatakrebs
Original Titel:
Comparative Effectiveness of Psychosocial Protective Factors for Prostate Cancer Survivorship - A UK Biobank Study. Psychooncology
- Fördern psychosoziale und lebensstilbezogene Faktoren das Überleben bei Prostatakrebs?
- Analyse der Daten von 13 110 Prostatakrebs-Patienten aus der UK Biobank
- Sportvereine, Fitnessstudio, religiöse Gruppen, andere Gruppenaktivitäten und enge Vertrauenspersonen senkten Sterberisiko
- Sowohl derzeitiges als auch ehemaliges Rauchen erhöhten Sterberisiko
MedWiss – Die Teilnahme an Gruppenaktivitäten wie in Sportvereinen oder religiösen Gruppen und häufiger Kontakt zu engen Vertrauten wirkten sich positiv auf das Überleben von Prostatakrebs-Patienten aus. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler bei der Analyse der Daten von 13 110 Prostatakrebs-Patienten.
Können psychosoziale und lebensstilbezogene Faktoren das Überleben von Prostatakrebs-Patienten verbessern? Diese Frage stellten sich Wissenschaftler aus Hongkong (China). In diesem Hinblick analysierten sie die Daten von 13 110 Prostatakrebs-Patienten aus der UK Biobank. Der Beobachtungszeitraum umfasste durchschnittlich 14,2 Jahre.
Fördern psychosoziale und lebensstilbezogene Faktoren das Überleben bei Prostatakrebs?
Die multivariate Analyse zeigte, dass die Teilnahme an bestimmten sozialen Aktivitäten mit einem geringeren Sterberisiko bei Prostatakrebs-Patienten einherging. Hierzu zählten:
- Sportvereine oder Fitnessstudio (Hazard Ratio, HR: 0,82; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,74 – 0,91; p < 0,005)
- Religiöse Gruppen (HR: 0,83; 95 % KI: 0,73 – 0,94; p < 0,005)
- Andere Gruppenaktivitäten (HR: 0,87; 95 % KI: 0,78 – 0,97; p < 0,005)
Der Besuch von Kneipen oder sozialen Treffpunkten (HR: 1,03; 95 % KI: 0,94 – 1,13; p = 0,49) oder Erwachsenenbildungskursen (HR: 0,87; 95 % KI: 0,71 – 1,06; p = 0,17) brachte hingegen keinen signifikanten Überlebensvorteil.
Häufiger Kontakt zu engen Vertrauten reduzierte das Sterberisiko
Patienten, die sich häufig nahestehenden Menschen anvertrauen konnten, hatten laut multivariabler Analyse einen Überlebensvorteil. Dabei sank das Sterberisiko sowohl beim täglichen Kontakt (HR: 0,83; 95 % KI: 0,75 – 0,92; p < 0,005) als auch bei einem Kontakt mehrmals die Woche (HR: 0,84; 95 % KI: 0,73 – 0,96; p = 0,01).
Was andere Lebensstilfaktoren anging, so hatten das derzeitige Trinken von Alkohol keinen und Rauchen einen negativen Einfluss auf das Überleben. Raucher hatten dabei ein größeres Sterberisiko (HR: 1,74; 95 % KI: 1,51 – 2,00; p < 0,005) als ehemalige Raucher (HR: 1,21; 95 % KI: 1,10 – 1,32; p < 0,005) im Vergleich zu Männern, die nie geraucht hatten.
Einige soziale Aktivitäten wirkten sich positiv auf das Überleben aus, Rauchen erhöhte das Sterberisiko
Sowohl die Teilnahme an bestimmten Gruppenaktivitäten (z. B. Sportvereine, religiöse Gruppen) als auch der regelmäßige Austausch mit engen Vertrauenspersonen waren mit einem geringeren Sterberisiko bei Prostatakrebs-Patienten verbunden. Dies unterstreicht die Bedeutung sozialer Unterstützung und gemeinschaftlicher Aktivitäten in der Betreuung von Krebspatienten.
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