Stimmungsstabilisatoren bei Bipolarer Störung: Nur gelegentlich Hautprobleme
Original Titel:
Prevalence of dermatologic side effects of mood stabilizers in bipolar disorder: A systematic review and meta-analysis
- Wie häufig sind dermatologische unerwünschte Ereignisse bei Stimmungsstabilisatoren?
- Systematischer Review mit Metaanalyse über 50 Studien
- Patienten mit Bipolarer Störung in Behandlung mit Lithium, Valproat, Carbamazepin oder Lamotrigin
- Hautrötungen gelegentlich, schwere Reaktionen selten
MedWiss – Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 50 Studien fand, dass Stimmungsstabilisatoren bei der Behandlung der Bipolaren Störung, je nach Wirkstoff, zu einem unterschiedlichen Grad ein Risiko für dermatologische unerwünschte Ereignisse mit sich bringen. Schwere Reaktionen traten jedoch nur selten auf.
Stimmungsstabilisatoren werden häufig bei der Bipolaren Störung eingesetzt, um manischen und depressiven Episoden vorzubeugen. Es wurden dermatologische unerwünschte Ereignisse mit solchen Medikationen berichtet. Wie häufig diese sind und welche Art von möglichen Nebenwirkungen der Haut auftreten können, untersuchte nun ein systematischer Review mit Metaanalyse.
Wie häufig sind dermatologische unerwünschte Ereignisse bei Stimmungsstabilisatoren?
Der systematische Review identifizierte relevante Studien in den medizin-wissenschaftlichen Datenbanken Ovid MEDLINE, Embase, Cochrane Library, Web of Science, Scopus und PsycINFO. Die Autoren berücksichtigten Studien mit Veröffentlichung ab 1970 zu dermatologischen unerwünschten Ereignissen bei Menschen mit Bipolarer Störung, die in Behandlung mit Lithium, Valproat, Carbamazepin oder Lamotrigin waren. Die Metaanalyse ermittelte die Prävalenzraten möglicher Hautnebenwirkungen.
Systematischer Review mit Metaanalyse über 50 Studien
Die Metaanalyse schloss 50 Studien ein. Lithium war mit Akne-artigen Ausbrüchen bei 4,2 % der Patienten (95 % Konfidenzintervall, KI: 1,0 – 16,2 %) assoziiert. Zu Hautrötungen kam es mit Lithium bei 1,3 % (95 % KI: 0,4 – 4,3 %), Haarverlust wurde bei 1,9 % der Patienten berichtet (95 % KI: 0,5 – 6,3 %). In der Behandlung mit Valproat kam es bei 4,6 % der Patienten zu Haarausfall (95 % KI: 3,0 – 6,7 %) und bei 2,9 % zu Hautrötungen (95 % KI: 1,6 – 5,3 %). Carbamazepin war mit Hautrötungen bei 6,0 % der Patienten assoziiert (95 % KI: 4,4 – 7,6 %), schwere Reaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom oder toxische epidermale Nekrose wurden hingegen nicht berichtet. Lamotrigin hatte die höchste Prävalenz von Rötungen mit 9,2 % (95 % KI: 7,2 – 11,8 %), schwere Reaktionen traten hingegen nur selten auf (0,04 %; 95 % KI: 0,00 – 0,62 %).
Die Autoren berichten jedoch, dass die Studien sehr heterogen waren in Bezug auf Studiendesign, Definition von Behandlungsergebnissen, ob Patienten ihre Symptome selbst berichteten und wie häufig weitere Medikationen verwendet wurden.
Hautrötungen gelegentlich, schwere Reaktionen selten
Der systematische Review mit Metaanalyse fand somit, dass Stimmungsstabilisatoren bei der Behandlung der Bipolaren Störung, je nach Wirkstoff, zu einem unterschiedlichen Grad ein Risiko für dermatologische unerwünschte Ereignisse mit sich bringen. Schwere Reaktionen traten jedoch nur selten auf.
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