CED: Kein signifikant erhöhtes Perforationsrisiko während einer Koloskopie
Original Titel:
Is Inflammatory Bowel Disease a Risk Factor for Perforation During Diagnostic Colonoscopy? A Systematic Review and Meta-Analysis
- Sind Koloskopien bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) riskanter?
- Analyse des Risikos für Kolonperforationen
- Systematischer Review mit Metaanalyse über 8 retrospektive Kohortenstudien, mehr als 9 Mio. Studienteilnehmer, 686 258 Menschen mit CED
- Kein signifikant erhöhtes Risiko für Kolonperforation während Koloskopie bei CED
- Hohe Heterogenität der Studien, methodische Einschränkungen: Weiterer Forschungsbedarf
MedWiss – Ein systematischer Review mit Metaanalyse mit mehr als 9 Mio. Studienteilnehmern zeigte, dass chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn nicht mit signifikant erhöhtem Risiko für Kolonperforationen während einer Koloskopie verbunden sind. Aufgrund hoher Studienheterogenität und methodischer Einschränkungen bleibt allerdings Forschungsbedarf bestehen.
Eine Verlaufskontrolle oder Darmkrebsvorsorge mittels Koloskopie ist bei einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) wichtig. Ist diese Methode aber auch sicher bei Menschen mit CED? Wissenschaftler untersuchten nun, ob eine spezifische mögliche Komplikationen einer Koloskopie häufiger bei CED auftreten könnte.
Sind Koloskopien bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) riskanter?
Die systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse untersuchte, ob bei Menschen mit im Vergleich zu ohne CED ein höheres Risiko für Kolonperforationen während einer Koloskopie bestand. Hierzu wurden relevante Studien systematisch aus den Datenbanken MEDLINE, PubMed und Embase von ihrem jeweiligen Beginn bis Juni 2025 ermittelt. Eingeschlossen wurden Studien, die die Häufigkeit von Kolonperforationen bei diagnostischen, Vorsorge- oder Kontrollkoloskopien bei Menschen mit und ohne CED verglichen.
Systematischer Review und Metaanalyse über 8 retrospektive Kohortenstudien mit mehr als 9 Mio. Studienteilnehmern
Die Auswertung umfasste 8 retrospektive Kohortenstudien mit insgesamt mehr als 9 Millionen Studienteilnehmern, darunter 686 258 Menschen mit CED. Das Risiko für das Auftreten einer Kolonperforation während einer Koloskopie bei Menschen mit CED war nicht signifikant höher als bei Menschen ohne CED (Odds Ratio, OR: 1,22; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,89 – 1,68; p = 0,2199). In den Subgruppenanalysen bestätigte sich dieses Ergebnis für Colitis ulcerosa (OR: 1,05; 95 % KI: 0,32 – 3,40) und für Morbus Crohn (OR: 1,16; 95 % KI: 0,71 – 1,92). Die Heterogenität zwischen den Studien war jedoch hoch (I² = 82,1 %). Lediglich 1 Studie wurde in allen Bewertungsbereichen als mit niedrigem Verzerrungsrisiko eingestuft.
Keine Hinwiese auf ein erhöhtes Risiko für Kolonperforationen während einer Koloskopie
Die Diagnose einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung war somit nicht mit einem signifikant erhöhten Risiko für Kolonperforationen während einer Koloskopie verbunden. Die hohe Heterogenität der Studien sowie methodische Einschränkungen machen allerdings weitere Forschung erforderlich. Künftige Untersuchungen könnten laut der Studienautoren dazu beitragen, die Planung koloskopischer Untersuchungen bei Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen weiter zu optimieren.
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