Mikrowellenablation bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs verbessert progressionsfreies Überleben

Kurz & fundiert

  • Fortgeschrittener nicht-kleinzelliger Lungenkrebs: Was bringt Mikrowellenablation zusätzlich zur Chemotherapie?
  • Systematischer Review mit Metaanalyse von 4 Studien
  • Vergleich zwischen Mikrowellenablation + Chemotherapie und Chemotherapie allein
  • Zusätzliche Mikrowellenablation: Besseres progressionsfreies Überleben
  • Keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich partieller Remission und unerwünschten Ereignissen

 

MedWiss – Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom zeigten ein besseres progressionsfreies Überleben, wenn sie sich zusätzlich zur Chemotherapie einer Mikrowellenablation unterzogen. Dies war das Ergebnis eines systematischen Reviews mit Metaanalyse von vier Studien.


Ein fortgeschrittenes nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom wird in der Regel mit einer Chemotherapie behandelt. Diese kann mit lokalen Behandlungen, wie der Mikrowellenablation, kombiniert werden. Bei dieser minimal-invasiven Behandlungsmethode werden Tumorzellen mithilfe von Hitze durch Mikrowellen zerstört. Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung aus Deutschland untersuchte, inwieweit Patienten von einer Mikrowellenablation zusätzlich zur Chemotherapie profitieren. Zu diesem Zweck sichteten sie die bestehende Datenlage und führten eine Metaanalyse zur Wirksamkeit und Sicherheit der zusätzlichen Mikrowellenablation durch.

Welchen Mehrwert bietet Mikrowellenablation zusätzlich zur Chemo bei Lungenkrebs?

Im systematischen Review durchsuchten die Wissenschaftler die medizin-wissenschaftlichen Datenbanken MEDLINE, EMBASE und Cochrane Library nach Studien, die die Kombination aus Mikrowellenablation und Chemotherapie mit Chemotherapie allein bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs verglichen und bis Januar 2025 veröffentlicht worden waren. Ihr Augenmerk legten die Wissenschaftler auf das progressionsfreie Überleben, partielle Remission und das Auftreten unerwünschtet Ereignisse.

Systematischer Review mit Metaanalyse von vier Studien

Die systematische Recherche ermittelte 4 Studien, die insgesamt die Daten von 483 Patienten beinhalteten und in die Metaanalyse einflossen. Die vergleichende Analyse zeigte, dass Mikrowellenablation + Chemotherapie mit einem besseren progressionsfreien Überleben verbunden war als Chemotherapie allein (Hazard Ratio, HR: 0,408; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,24 – 0,49; p < 0,001). Bezüglich der partiellen Remission (Risk Ratio, RR: 0,74; 95 % KI: 0,37 – 1,50; p = 0,41) und unerwünschten Ereignissen (RR: 1,08; 95 % KI: 0,86 – 1,36; p = 0,49) gab es hingegen keine signifikanten Unterschiede.

Besseres progressionsfreies Überleben bei zusätzlicher Mikrowellenablation

Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs konnten somit hinsichtlich des progressionsfreien Überlebens von einer Mikrowellenablation zusätzlich zur Chemotherapie profitieren. Unerwünschte Ereignisse traten dabei nicht häufiger auf als unter alleiniger Chemotherapie.