Brustkrebs: Können bioaktive Pflanzeninhaltsstoffe Krankheitsverlauf verbessern?

Original Titel:
Intake of polyphenols, phenolic acids and lignans associated with lower mortality in women diagnosed with breast cancer.

Kurz & fundiert

  • Beeinflussen Polyphenole Überleben und Rückfallraten von Patientinnen mit Brustkrebs?
  • Beobachtungsstudie mit 95 Frauen über 11,5 Jahre
  • Höhere Aufnahme von Polyphenolen, Phenolsäuren und Lignanen ging mit geringerer brustkrebsbedingter Sterblichkeit und Gesamtsterblichkeit einher
  • Höhere Aufnahme von Phenolsäuren hing mit geringerer Rückfallrate und Gesamtsterblichkeit zusammen
  • Weitere Studien mit größeren Teilnehmerzahlen müssen diese Ergebnisse bestätigen

 

MedWissBioaktive Bestandteile pflanzlicher Lebensmittel könnten den Verlauf einer Brustkrebserkrankung positiv beeinflussen. Eine Beobachtungsstudie untersuchte den Einfluss von Polyphenolen, Phenolsäuren und Lignanen, die z. B. in Kaffee enthalten sind. 


Eine gesunde Ernährung – reich an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten – enthält zahlreiche bioaktive Stoffe. Dazu zählen auch Polyphenole, Phenolsäuren und Lignane, die die Aktivität von Erbanlagen, Rezeptoren sowie die Eigenschaften von Tumorzellen beeinflussen können. Bioaktive Substanzen können auch die Wirksamkeit therapeutischer Maßnahmen steigern und Nebenwirkungen abmildern.

Pflanzliche Substanzen wie Polyphenole: Effekte bei Brustkrebs?

Im Mittelpunkt einer aktuellen Beobachtungsstudie stand der Zusammenhang zwischen Polyphenol-Aufnahme und der Prognose von Patientinnen mit Brustkrebs, bei denen im Zeitraum von 2006 – 2008 Brustkrebs diagnostiziert worden war.

Beobachtungsstudie: Polyphenolaufnahme von Patientinnen mit Brustkrebs

An der Beobachtungsstudie nahmen 95 Frauen teil. Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug 11,5 Jahre. Während dieses Zeitraums verstarben 15 Frauen (15,8 %) aufgrund ihrer Brutkrebserkrankung und 33 Frauen (33,4 %) hatten einen Rückfall. Der Median der Polyphenolaufnahme lag bei 179 mg pro Tag und bestand vor allem aus Phenolsäuren gefolgt von Flavonoiden, anderen Polyphenolen und Lignanen. Zu den Lebensmitteln, die am meisten zur Aufnahme von Polyphenolen beitrugen, zählten Kaffee, Obst und Fruchtsäfte sowie Tee und Rotwein.

Zwischen der Polyphenolaufnahme insgesamt und der Sterblichkeit durch Brustkrebs wurde ein entgegengesetzter Zusammenhang nachgewiesen: Je höher die Aufnahme an Polyphenolen desto geringer die Sterblichkeit (Hazard Ratio, HR: 0,20; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,05 – 0,80). Außerdem bestand ein Zusammenhang zwischen der Aufnahme an Phenolsäuren und der Gesamtsterblichkeit sowie Rückfallraten.

Zusammenhang zwischen Polyphenolen und Prognose

Demnach deuten die Studienergebnisse auf eine Verbesserung der Prognose bei Brustkrebs in Zusammenhang mit der vermehrten Aufnahme von Polyphenolen. Die Autoren des Beitrags heben aber hervor, dass weitere Studien mit höheren Teilnehmerzahlen erforderlich sind, um diese Ergebnisse zu bestätigen.

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