Lebensqualität von Erwachsenen mit Krebserkrankung in der Kindheit

Original Titel:
Prognostic Models for Optimal and Improved Health-Related Quality-of-Life Among Adult Survivors of Childhood Cancer: A Report From the Childhood Cancer Survivor Study

Kurz & fundiert

  • Wie ist die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Erwachsenen mit Krebserkrankung in der Kindheit?
  • Befragung von 4 755 Erwachsenen mit Krebserkrankung in der Kindheit
  • Optimale Lebensqualität bei den meisten Befragten
  • Schutzfaktoren: Höherer Bildungsgrad, körperliche Aktivität, Einkommen, psychische Gesundheit und Fehlen chronischer Erkrankungen

 

MedWiss – Die meisten befragten Erwachsenen mit Krebserkrankung in ihrer Kindheit wiesen eine optimale gesundheitsbezogene Lebensqualität auf, sowohl körperlich als auch psychisch. Das war das Ergebnis einer Kohortenstudie mit 4 755 Teilnehmern.


Krebserkrankungen, wie beispielsweise Leukämie, können bereits im Kindesalter auftreten. Dies ist eine sehr einschneidende und belastende Erfahrung. Doch wie ist die gesundheitsbezogenen Lebensqualität der Betroffenen im Erwachsenenalter? Und welche Faktoren hängen damit zusammen? Diesen Fragen gingen Wissenschaftler aus den USA und Kanada nach.

Wie ist die Lebensqualität Erwachsener mit Krebserkrankung in der Kindheit?

Für ihre Kohortenstudie nutzten die Wissenschaftler die Daten von Erwachsenen, die in der Kindheit an Krebs erkrankt waren und zu Beginn und zu zwei weiteren Zeitpunkten (zwischen 1992 und 2016) an Befragungen bezüglich ihrer Lebensqualität teilnahmen. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQoL; Health-Related Quality of Life) wurde mit dem SF-36, der sowohl körperliche als auch psychische Komponenten beinhaltet, bewertet. Werte ab 40 galten als optimal, während niedrigere Werte als suboptimal angesehen wurden. Wenn Personen zur ersten Nachbeobachtung eine suboptimale und zur zweiten Nachbeobachtung eine optimale HRQoL zeigten, wurde das als Verbesserung definiert.

Kohortenstudie mit 4 755 Erwachsenen

Die Kohortenstudie umfasste insgesamt Daten von 4 755 Erwachsenen, die als Kinder eine Krebserkrankung überstanden hatten. Bei der ersten Nachbeobachtung wiesen 88,4 % der Befragten eine optimale körperliche und 82,5 % der Befragten eine optimale psychische gesundheitsbezogene Lebensqualität auf. Von den Personen, die eine suboptimale Lebensqualität aufwiesen, verbesserte sich bei 51,3 % der Personen die körperliche Lebensqualität und bei 63,9 % der Personen die psychische Lebensqualität bis zur zweiten Nachbeobachtung. In multivariablen Analysen identifizierten die Wissenschaftler Faktoren, die mit einer optimalen oder verbesserten gesundheitsbezogenen Lebensqualität zusammenhingen. Prädiktoren einer optimalen bzw. verbesserten Lebensqualität waren ein höherer Bildungsgrad, mehr körperliche Aktivität, ein höheres Einkommen, eine bessere psychische Gesundheit und das Fehlen chronischer Erkrankungen.

Optimale Lebensqualität bei den meisten Befragten

Die meisten befragten Erwachsenen mit einer Krebserkrankung in der Kindheit hatten demnach eine optimale Lebensqualität. Weitere Studien müssen zeigen, ob gezielte Interventionen in den Bereichen Bildung, Lebensstil, psychische Gesundheit und chronische Erkrankungen die Lebensqualität der Betroffenen weiter steigern können.

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