Statin-Treue senkt Herz-Kreislauf-Risiken und Sterblichkeit
- Schützt Statin-Adhärenz wirksam vor kardiovaskulären Komplikationen?
- Internationale Metaanalyse, 66 Studien, über 3,3 Mio. Studienteilnehmer
- Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall sank bei regelmäßiger Statineinnahme signifikant
- Gute im Vergleich zu schlechter Adhärenz zur lipidsenkenden Therapie senkte Gesamtmortalität um 35 %
- Auch Menschen mit bestehender atherosklerosebedingter kardiovaskulärer Erkrankung profitierten von konsequenter Therapie
- Abbruch der Statintherapie erhöhte das Sterberisiko um 90 %
MedWiss – Menschen mit guter Adhärenz zu einer lipidsenkenden Therapie haben ein signifikant geringeres Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, kardiovaskuläre Ereignisse und Gesamtmortalität, so das Ergebnis einer aktuellen Metaanalyse.
In der klinischen Praxis kommen zur Lipidsenkung häufig Statine zum Einsatz. Die Adhärenz zur lipidsenkenden Therapie (LLT) ist dabei von entscheidender Bedeutung für die Prävention atherosklerosebedingter kardiovaskulärer Erkrankungen (ASCVD). Als adhärent gelten Menschen, die mindestens 80 % der verschriebenen Medikation einnehmen.
Zusammenhang zwischen Statin-Adhärenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen?
Ziel eines internationalen systematischen Reviews mit Metaanalyse war es, zu untersuchen, wie sich die Adhärenz (Therapietreue) zur lipidsenkenden Therapie auf die Entwicklung von atherosklerosebedingten kardiovaskulären Erkrankungen auswirkt. Hierzu wurden aus der Datenbank PubMed Veröffentlichungen bis Februar 2025 berücksichtigt, darunter randomisierte kontrollierte Studien, Kohortenstudien und Fall-Kontroll-Studien, welche die Adhärenz zur lipidsenkenden Therapie untersuchten. Die Metaanalyse betrachtete als primären Endpunkt die Entwicklung von atherosklerosebedingten kardiovaskulären Erkrankungen in Abhängigkeit vom Adhärenzniveau.
Systematischer Review mit Metaanalyse über 66 Studien
Insgesamt wurden 66 Studien mit 3 345 718 Studienteilnehmern eingeschlossen. Alle Studien betrachteten Statine als lipidsenkende Therapie. Eine gute im Vergleich zu schlechter Statin-Adhärenz reduzierte das Risiko für die Gesamtmortalität um 35 % (Relatives Risiko, RR: 0,65; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,56 – 0,76; I² = 98 %), für kardiovaskuläre Ereignisse um 24 % (RR: 0,76; 95 % KI: 0,72 – 0,80; I² = 90 %), für Herzinfarkt um 30 % (RR: 0,70; 95 % KI: 0,62 – 0,80; I² = 90 %) und für Schlaganfall um 32 % (RR: 0,68; 95 % KI: 0,58 – 0,79; I² = 81 %). Bei Studienteilnehmern ohne etablierte atherosklerosebedingte kardiovaskuläre Erkrankung reduzierte die Statin-Adhärenz das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse um 32 % (RR: 0,68; 95 % KI: 0,46 – 1,00; I² = 97 %). Bei Menschen mit bestehender Erkrankung sank das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse um 25 % (RR: 0,75; 95 % KI: 0,64 – 0,88; I² = 64 %), für Herzinfarkt um 51 % (RR: 0,49; 95 % KI: 0,32 – 0,73; I² = 80 %) und für Schlaganfall um 50 % (RR: 0,50; 95 % KI: 0,26 – 0,97; I² = 87 %). Ein Abbruch der Statintherapie erhöhte das Risiko für die Gesamtmortalität um 90 % (RR: 1,90; 95 % KI: 1,33 – 2,71; I² = 87 %). Selbst gute gegenüber intermediärer Adhärenz (40 – 79 %) senkte das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse um 32 % (RR: 0,68; 95 % KI: 0,60 – 0,76; I² = 94 %).
Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall sinkt bei regelmäßiger Statineinnahme
Die Adhärenz zur Statintherapie ist von zentraler Bedeutung zur Reduktion des Risikos für atherosklerosebedingte kardiovaskuläre Erkrankungen sowie der Gesamtmortalität. Die Identifikation von Adhärenzmustern und -barrieren sowie die Förderung einer konsequenten Einnahme lipidsenkender Therapien durch gezielte Interventionen sollte eine zentrale Rolle in der klinischen Praxis und gesundheitspolitischen Strategien einnehmen, so die Empfehlung der Studienautoren.