Weniger Unterzuckerungen durch Insulin glargin U300

Original Titel:
Glycaemic control and hypoglycaemia with insulin glargine 300 U/mL compared with glargine 100 U/mL in Japanese adults with type 2 diabetes using basal insulin plus oral anti-hyperglycaemic drugs (EDITION JP 2 randomised 12-month trial including 6-month extension)

MedWiss – Asiatische Wissenschaftler vergleichen Insulin glargin U100 mit Insulin glargin U300. Die Anwendung von Insulin glargin U300 senkte den Langzeitblutzuckerwert und führte zu weniger Unterzuckerungen als eine Behandlung mit Insulin glargin U100.


Insulin glargin gehört zu den Basalinsulinen, also jenen Insulinen, die die Grundversorgung mit Insulin bei Patienten mit Diabetes mellitus sicherstellen. Bei Insulin glargin handelt es sich um ein chemisch verändertes Insulin, das dem Humaninsulin sehr ähnlich ist. Insulin glargin ist in zwei unterschiedlichen Dosierungen zugelassen, Insulin glargin U100 und Insulin glargin U300. Insulin glargin U100 enthält 100 Insulineinheiten pro ml, während Insulin glargin U300 300 Insulineinheiten pro ml enthält. Insulin glargin U300 enthält somit dreimal mehr Insulin in 1 ml als Insulin glargin U100, was dazu führt, dass sich Patienten mit Diabetes ein niedrigeres Volumen von Insulin glargin U300 spritzen müssen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Wirkstoffe, die höher dosiert sind, nach dem Spritzen langsamer vom Körper aufgenommen werden. Dies trägt dazu bei, dass Insulin glargin U300 länger als Insulin glargin U100 wirkt und die Patienten flexibler hinsichtlich des Zeitpunkts der Verabreichung von Insulin glargin U300 sind.

Vergleich von Insulin glargin U100 mit Insulin glargin U300 über ein Jahr

Wissenschaftler aus Japan und China verglichen nun die Anwendung von Insulin glargin U100 und Insulin glargin U300 bei japanischen Patienten mit Typ-2-Diabetes über eine Dauer von 12 Monaten. Die in die Studie eingeschlossenen Patienten erhielten täglich entweder eine Spritze Insulin glargin U100 oder Insulin glargin U300 zusätzlich zu weiteren blutzuckersenkenden Medikamenten.

Weniger Unterzuckerungen nach Insulin glargin U300

88 % der Patienten in der Insulin glargin U300-Gruppe schlossen die 12-monatige Studie ab im Vergleich zu 96 % der Patienten in der Insulin glargin U100-Gruppe. Der Langzeitblutzuckerwert (bekannt als HbA1c-Wert) konnte im Vergleich zu Studienbeginn bei beiden Gruppen um durchschnittlich 0,3 % gesenkt werden. Hinsichtlich der Rate an Unterzuckerungen konnten allerdings deutliche Vorteile bei den Patienten, die Insulin glargin U300 erhielten, gesehen werden. Unter der Behandlung mit Insulin glargin U300 war das Risiko für nächtliche Unterzuckerungen um 59 % gegenüber den Patienten in der Insulin glargin U100-Gruppe reduziert. Auch die Gesamtzahl an Unterzuckerungen und schwere Unterzuckerungen traten bei den mit Insulin glargin U300 behandelten Patienten deutlich seltener auf. Bezüglich der Nebenwirkungen unterschieden sich die beiden Gruppen nicht.

Über eine Behandlungsdauer von 12 Monaten führte Insulin glargin U300 bei Patienten mit Typ-2-Diabetes zu einer guten Kontrolle des Langzeitblutzuckerspiegels bei einer niedrigeren Rate an Unterzuckerungen im Vergleich zu der Behandlung mit Insulin glargin U100.

© Alle Rechte: HealthCom