Beiträge von: Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)

Beiträge: 284

Demenz ist keine reine Alterskrankheit. Auch Menschen unter 60 können betroffen sein – und bei ihnen beginnt die Erkrankung nicht immer mit Vergesslichkeit. Veränderungen von Sprache, Persönlichkeit, Verhalten oder geistiger Leistungsfähigkeit können erste Anzeichen sein. Anhaltende oder zunehmende Veränderungen sollten deshalb unabhängig vom Alter ärztlich abgeklärt werden. Die Woche der Demenz startet mit dem Welt-Alzheimertag am 21. September 2026 und findet bis zum 27. September statt. Das Motto lautet „Demenz – (k)eine Frage des Alters“. Die Aktionswoche möchte damit ins […]

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Zum Internationalen Tag der sauberen Luft Feinstaub und Stickstoffdioxid belasten nicht nur die Lunge. Studien zeigen auch Zusammenhänge mit dem Auftreten von Schlaganfällen, selbst bei vergleichsweise niedriger Luftverschmutzung in Europa. Neuere Daten aus Augsburg weisen zudem darauf hin, dass kurzfristig erhöhte Schadstoffbelastungen mit bestimmten Schlaganfallformen und der Schwere der Folgen zusammenhängen können. Zum Internationalen Tag der sauberen Luft am 7. September rückt die DGN deshalb eine geringe Schadstoffbelastung als wichtigen Baustein der Schlaganfallprävention in den Fokus. Bluthochdruck, Rauchen, Bewegungsmangel oder […]

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Körperliche Aktivität kann den Verlauf der Parkinsonkrankheit günstig beeinflussen. Eine in „Neurological Research and Practice (NRP)“ publizierte Studie zeigt: Der klinische Nutzen scheint weitgehend unabhängig vom Erhalt der dopaminergen Funktion zu sein. Regelmäßige körperliche Aktivität ist bei der Parkinson-Krankheit (PD) mit günstigeren klinischen Verläufen assoziiert. Unklar ist jedoch, ob Bewegung auch die dopaminerge Neurodegeneration verlangsamt und ob eine solche Neuroprotektion die klinischen Effekte erklärt. Kim et al. [1] untersuchten, wie körperliche Aktivität mit longitudinalen Veränderungen der Dopamintransporter (DAT)-Verfügbarkeit sowie motorischen und […]

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Sekundenlang abwesend, nicht ansprechbar, den Blick ins Leere gerichtet: Hinter solchen Absencen können unterschiedliche Formen einer Epilepsie stecken. Dass die Erkrankung jeden treffen kann, zeigt auch das Beispiel von Fußballstar Jamal Musiala, der jüngst seine Absencen öffentlich gemacht hat. Die DGN nimmt dies zum Anlass zu erklären, warum die genaue Diagnose entscheidend ist, welche modernen Therapien zur Verfügung stehen und weshalb ein offener Umgang mit Epilepsie helfen kann, Vorurteile abzubauen. Unter Absencen versteht man kurze epileptische Anfälle mit vorübergehender Bewusstseinsstörung. […]

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Die Diagnose der Multiplen Sklerose (MS) basiert seit vielen Jahren auf den McDonald-Kriterien. Mit der 2024 veröffentlichten Revision wurden diese umfassend erweitert. Neu aufgenommen wurden unter anderem der Sehnerv als fünfte anatomische Region zur Beurteilung der räumlichen Dissemination, Kappa-freie Leichtketten (KFLC) als Liquorbiomarker sowie die Möglichkeit, Personen mit einem radiologisch isolierten Syndrom (RIS) unter bestimmten Voraussetzungen bereits als an MS erkrankt zu klassifizieren. Darüber hinaus wurden neue MRT-Biomarker wie das Central Vein Sign (CVS) und paramagnetische Randsaumläsionen (PRL) in die […]

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Wer seine Gefäße in der Lebensmitte gesund hält, kann viele Jahre länger ohne Demenz leben. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Langzeitauswertung der US-amerikanischen „Atherosclerosis Risk in Communities“ (ARIC)-Studie, die den Zusammenhang zwischen vaskulären Risikofaktoren und kognitiver Gesundheit untersucht hat. Die Forschenden konnten zeigen, dass Menschen ohne die drei vaskulären Risikofaktoren Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Rauchen durchschnittlich rund 12,6 Jahre länger demenzfrei leben als jene, bei denen diese drei Risikofaktoren gleichzeitig vorliegen. In der Studie [1] wurden Daten von 12.400 […]

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Eine aktuelle Analyse zeigt, dass Tenecteplase im klinischen Alltag mit kürzeren Behandlungs- und Verlegungszeiten assoziiert ist. Als Vorteil wird die Applikationsform der Bolusgabe diskutiert. Allerdings wurde Tenecteplase häufiger in zertifizierten, akademischen Stroke-Units mit hohen Fallzahlen eingesetzt. Beim akuten ischämischen Schlaganfall ist der Behandlungserfolg von der Zeit bis zum Erreichen einer Reperfusion abhängig. Entsprechend stellen die Door-to-Needle-Zeit (DTN) für die intravenöse Thrombolyse sowie die Door-in-Door-out-Zeit (DIDO) bei erforderlicher Verlegung in ein Thrombektomiezentrum etablierte Qualitätsindikatoren dar. Tenecteplase wird aufgrund seiner Applikation als […]

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Eine im JAMA veröffentlichte Studie zeigt: Die gezielte Beeinflussung der Tau-Pathologie allein reicht offenbar nicht aus, um den Verlauf einer frühen Alzheimer-Krankheit zu verlangsamen. Auch die vorgestern in London präsentierte Studie zum Einsatz eines Tau-Antisense-Oligonukleotids verfehlte formal den primären Endpunkt. Die Ergebnisse markieren jedoch aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) nicht das Ende der Anti-Tau-Strategie, sondern sprechen für ein Umdenken hin zu früheren Interventionen und Kombinationstherapien. Die Alzheimer-Krankheit beginnt lange, bevor die ersten Gedächtnisprobleme auftreten. Bereits 15 bis […]

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Nach Schlaganfall bleibt die individuelle Vorhersage des Sturzrisikos schwierig. Eine aktuelle Studie legt nahe, dass die Beeinträchtigung bestimmter kortikaler Hirnnetzwerke entscheidend sein könnte. Ob sich daraus künftig neue Ansätze zur Risikostratifizierung ergeben, müssen weitere Studien zeigen. Mehr als ein Drittel aller Schlaganfallüberlebenden stürzt innerhalb des ersten Jahres nach dem Ereignis mindestens einmal. Stürze sind mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität sowie einer verminderten Lebensqualität verbunden. Obwohl verschiedene klinische Risikofaktoren bekannt sind, bleibt die individuelle Vorhersage des Sturzrisikos schwierig. Neben der […]

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Ein neuer EEG-Biomarker könnte das Therapiemonitoring bei Parkinson entscheidend verbessern: Forschende aus Marburg, Oxford und Köln haben mit der hochfrequenten Beta-Gamma Phasen-Amplituden-Kopplung einen vielversprechenden Kandidaten identifiziert. Dieser könnte künftig helfen, Symptome genauer zu erfassen und Therapien gezielter zu steuern. Die Ergebnisse eröffnen insbesondere neue Perspektiven für adaptive Verfahren der Tiefen Hirnstimulation. Eine objektive Symptomerfassung ermöglicht eine präzise und individuelle Behandlung von Menschen mit Parkinson und kann die klinische Versorgung dieser Patientinnen und Patienten verbessern. Biomarker wie α-Synuclein oder Neurofilament Light […]

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Das Nicht-Umsetzen gesunder Lebensstilmaßnahmen wider besseres Wissen ist nicht allein auf einen Mangel an Willenskraft zurückzuführen, sondern beruht auf neurobiologischen Mechanismen, die sowohl evolutionär angelegt als auch in der Erziehung begründet sind. Die Aufklärung von Patientinnen und Patienten über die zugrundeliegenden Prozesse im Gehirn und deren Einfluss auf das Verhalten kann nach Ansicht von Prof. Dr. Daniela Berg, DGN-Präsidentin und Erstautorin eines aktuellen Papers zur Intentions-Verhaltens-Lücke in der Prävention, Betroffene befähigen, biologisch angelegte Verhaltensmuster zu durchbrechen und ihr Handeln bewusst […]

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Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) warnen vor einer Begrenzung der Therapiefreiheit in der Migränebehandlung durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Beide Fachgesellschaften setzen auf eine leitliniengerechte Verordnung durch Spezialisten und halten ein breites Spektrum an Behandlungsoptionen für unabdingbar. Migräne ist die häufigste neurologische Erkrankung und betrifft in Deutschland 14,8 % der Frauen und 6 % der Männer, vor allem im erwerbsfähigen Alter. Die Erkrankung hat erhebliche volkswirtschaftliche und soziale Folgen: Täglich können in Deutschland hunderttausende […]

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Bekannt ist: Hitzewellen begünstigten die Entstehung neurologischer Ereignisse wie Schlaganfälle. Hinzu kommt: Menschen mit neurologischen Erkrankungen wie MS, Parkinson, Migräne oder Demenz sind eine besonders vulnerable Gruppe; steigende Temperaturen führen bei ihnen zu spürbaren Krankheitsverschlechterungen. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie unterstützt daher das Positionspapier der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit [1] zum Hitzeaktionstag am 11.06.2026 und fordert die Umsetzung der darin aufgeführten Maßnahmen, um insbesondere Menschen mit neurologischen Krankheiten wirksam vor Hitze zu schützen. Hilfreich könnte eine personalisierte „Schlaganfallwarn-App“ sein. […]

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