Beiträge von: Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)

Beiträge: 280

Wenn Menschen mit über mindestens einem Jahr stabil eingestellter Multipler Sklerose (MS) und fehlender Krankheitsaktivität unter Ocrelizumab-Therapie die B-Zell-depletierende Behandlung beendeten, war die Krankheitskontrolle in einer deutschen Studie über im Median 28,5 Monate ebenso gut wie bei Personen, die ihre Therapie unverändert fortsetzten. Nach über 32 Monaten stieg das Rezidivrisiko aber wieder an. Weil rund 10 % der Behandelten mit MS binnen zwei Jahren nach Therapiebeginn mit dem Anti-CD20-Antikörper Ocrelizumab eine Hypogammaglobulinämie entwickeln und die B-Zell-Depletion das Infektionsrisiko erhöht, kommt […]

Weiter zum ausführlichen Bericht →

Kann die Impfung gegen das Varizella-Zoster-Virus (VZV), welches Windpocken und Gürtelrose auslöst, vor einer Demenz schützen? Im Jahr 2025 sind zwei große Studien – eine aus UK, eine andere aus Australien – publiziert worden, die beide quasi ein „Real-Life-Experiment“ waren und einen eindrucksvollen Nachweis liefern. Nun bestätigt eine aktuelle Publikation den beobachteten Effekt. Zwar wurde in allen Studien ein Lebendimpfstoff verwendet, der inzwischen in Deutschland und anderen Ländern nicht mehr verwendet wird, dennoch gehen DGN-Experten von einem ähnlichen Effekt des […]

Weiter zum ausführlichen Bericht →

Bekannt ist, dass Triptane mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko einhergehen. Eine aktuelle Studie deutet nun darauf, dass dies auch bei CGRP-Hemmern der Fall sein könnte. Das Risiko sowohl für den aus verschiedenen kardiovaskulären Ereignissen zusammengesetzten primären Endpunkt als auch für ischämische Schlaganfälle stieg nach Beginn einer entsprechenden Therapie an. Zur Substanzklasse der „Calcitonin gene-related peptide“ (CGRP)-Inhibitoren, die bei therapierefraktärer Migräne zum Einsatz kommen, zählen sowohl small molecules, die antagonistisch am CGRP-Rezeptor wirken, als auch Antikörper, die gegen CGRP oder gegen […]

Weiter zum ausführlichen Bericht →

Höhere kumulative Rituximab-Dosierungen können das Infektionsrisiko erhöhen. Eine aktuelle Studie untersuchte nun, ob eine Verlängerung des Dosisintervalls bei schubförmiger MS vertretbar ist. Wie sich zeigte, kam es dadurch nicht zu einer höheren Krankheitsaktivität. Die B-Zell-depletierende Therapie mit Rituximab (RTX), einem anti-CD20-Antikörper, gilt als effiziente Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose (MS). RTX ist seit 1998 auf dem Markt verfügbar und wird bei MS als kosteneffiziente Off-label-Therapie eingesetzt. Zwischenzeitlich wurden für die MS-Behandlung in Deutschland die anti-CD20-Antikörper Ocrelizumab und Ofatumumab zugelassen. Höhere […]

Weiter zum ausführlichen Bericht →

Alzheimer und Schlaganfall sind zwei häufige und gefürchtete neurologische Krankheiten. Doch man kann aktiv vorbeugen und damit sein persönliches Risiko, eine der beide Diagnosen zu erhalten, deutlich absenken. Gerade Bewegung und Sport lohnen sich. Das zeigte eine aktuell zu Weihnachten publizierte Studie aus „BMC Public Health“ [1]. Ein aktiver Lebensstil und ausreichend Schlaf hatten sogar einen schützenden Effekt bei Menschen mit genetischer Vorbelastung für diese Krankheiten. Diese Maßnahmen lohnen sich also für alle Menschen und sollten ganz oben auf der […]

Weiter zum ausführlichen Bericht →

Die Amyloid-β-PET (Positronen-Emissions-Tomographie) kann zur Früherkennung der Alzheimer-Krankheit eingesetzt werden. Eine Studie ging nun der Frage nach, ob Erwachsene ohne kognitive Beeinträchtigung nach Erhalt der PET-Ergebnisse ihren Lebensstil änderten. Das Ziel dieser prospektiven Beobachtungsstudie war es, den Einfluss von Amyloid-β-PET-Ergebnissen auf das Gesundheitsverhalten von Erwachsenen in einem Alter über 65 Jahre ohne kognitive Beeinträchtigungen zu untersuchen. Die Studienteilnehmenden wurden aus einer großen Kohorte („Wisconsin Registry for Alzheimer Prevention“) rekrutiert, die regelmäßig auf frühe Anzeichen von Alzheimer untersucht worden waren. Insgesamt […]

Weiter zum ausführlichen Bericht →

Körperliche Aktivität scheint vor Demenz zu schützen. Unklar war bisher, inwieweit es darauf ankommt, in welcher Lebensphase sich Menschen viel bewegen. Prospektiv erhobene Daten der „Framingham Heart Study“ deuten nun darauf hin, dass vor allem viel Bewegung ab der Lebensmitte das Demenzrisiko positiv beeinflusst. Eine signifikante Assoziation zu Sport in jungen Jahren ergab sich nicht. Bis zu 45 % der Demenzerkrankungen lassen sich durch Modifikation von Risikofaktoren verhindern. Eine wichtige Stellschraube ist körperliche Aktivität. In welcher Lebensphase sie besonders greift, […]

Weiter zum ausführlichen Bericht →

Derzeit wird eine Debatte darüber geführt, wie verlässlich aktuelle Studien zu den gesundheitlichen Risiken hochprozessierter Lebensmittel sind. Während zahlreiche Studien auf mögliche negative Effekte hinweisen, verweisen Kritiker auf methodische Schwächen bzw. unklare Definitionen und relativieren die Ergebnisse. Dabei gerät jedoch ein zentraler Punkt in den Hintergrund: Ein großer Teil der Bevölkerung in Deutschland ernährt sich unausgewogen, oft schon im Kindesalter, und geht damit gesundheitliche Risiken ein. Anstatt sich in Definitionsfragen zu verlieren, sollte der Fokus auf dem deutlich dringlicheren Problem […]

Weiter zum ausführlichen Bericht →

Zwei aktuelle, randomisierte Parallel-Studien zeigen: Bei hochgradigen asymptomatischen Karotisstenosen ist das Stenting, kombiniert mit einer optimierten medikamentösen Therapie, der gefäßchirurgischen Intervention (Karotis-Endarteriektomie), ebenfalls kombiniert mit der gleichen optimierten medikamentösen Therapie, überlegen. Während des vierjährigen Nachbeobachtungszeitraums kam es zu weniger Schlaganfällen und Todesfällen. Zu den wichtigsten Ursachen für ischämische Schlaganfälle zählt neben kardiogenen Embolien bei Vorhofflimmern und der zerebralen Mikroangiopathie die Verkalkung der hirnzuführenden Gefäße. Ablagerungen in den Halsschlagadern – meistens handelt es sich dabei um die vordere Halsschlagader (Arteria carotis) […]

Weiter zum ausführlichen Bericht →

Schauen Sie sich hier die Leitlinie an Die S1-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der neurogenen Dysfunktion des unteren Harntrakts beim Erwachsenen“ wurde aktuell in einer vollständigen Überarbeitung publiziert. Neben der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) unter der Federführung von Dr. Albert Kaufmann, Neuro-Urologie, Schweizer Paraplegiker-Zentrum, Nottwil, Schweiz, und Dr. Andreas Hildesheim, Querschnittgelähmtenzentrum/Evangelisches Stift, Koblenz, waren auch die Österreichische Gesellschaft für Neurologie (ÖGN) und die Schweizerische Neurologische Gesellschaft (SNG) an der Leitlinienerstellung beteiligt. Dysfunktionen des unteren Harntrakts und der Sexualfunktion sind eine […]

Weiter zum ausführlichen Bericht →

Wie lässt sich das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit verlangsamen? Mit den neuen Alzheimer-Antikörpern steht erstmals eine kausale Therapieoption zur Verfügung. Doch die Medikamente sind bei Weitem nicht für alle Betroffenen geeignet. Unterschätzt wird, wie viel allein durch Lebensstiländerungen in Sachen Risikoreduktion und Progressionsverlangsamung erreicht werden kann. Das ist sogar mehr, als die Antikörper leisten können. Ideal ist natürlich, wenn man beides kombinieren kann, aber auch Betroffene, die nicht für die medikamentöse Therapie infrage kommen, haben die Möglichkeit, signifikant auf die Progression […]

Weiter zum ausführlichen Bericht →

Nach den Ergebnissen einer Studie aus Deutschland erhöht die kombinierte Bestimmung von Neurofilament-Leichtketten im Serum und kardialem Troponin T die diagnostische Genauigkeit bei der Abgrenzung einer amyotrophen Lateralsklerose (ALS) von anderen neurodegenerativen Erkrankungen. Womöglich erlaubt sie auch, zwischen prognostisch ungünstigen Biomarker-positiven und weniger aggressiven Biomarker-negativen Krankheitsverläufen zu unterscheiden. Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine progressive neurodegenerative Motoneuron-Erkrankung, die letztlich über Atemversagen zum Tode führt. Neurofilament-Leichtketten, die als wichtige neuronale Strukturproteine bei axonalem Stress in Liquor und Serum (sNfL) freigesetzt werden, sind […]

Weiter zum ausführlichen Bericht →

Der aktuelle „Global Status Report on Neurology“ der WHO dokumentiert den Status quo der Umsetzung der 2022 formulierten Ziele zur Stärkung der Hirngesundheit und Prävention neurologischer Krankheiten. Dabei wird deutlich: Deutschland hat Nachholbedarf. Dabei ist ein Großteil neurologischer Krankheiten auf beinflussbare Risikofaktoren zurückzuführen, strukturierte Präventionsmaßnahmen könnten die steigenden Erkrankungsraten also nachhaltig senken – und damit perspektivisch auch die Gesundheitsausgaben. Nun braucht es den politischen Willen, die Empfehlungen der WHO konsequent umzusetzen. Mitte Oktober hat die Weltgesundheitsbehörde WHO den neuen „Global […]

Weiter zum ausführlichen Bericht →