Komorbiditäten bei Asthma

Original Titel:
Comorbidity burden in severe and non-severe asthma: a nationwide observational study (FINASTHMA)

Kurz & fundiert

  • Schweres und nicht schweres Asthma: Häufig Begleiterkrankungen (Komorbiditäten)?
  • Landesweite Beobachtungsstudie aus Finnland (FINASTHMA)
  • Erhöhte Prävalenz von Lungenentzündungen bei anhaltend und vorübergehend schwerem Asthma
  • Kortikosteroide tragen zum Risiko für Komorbiditäten bei

 

MedWiss – Patienten mit schwerem Asthma weisen laut einer aktuellen Studie zahlreiche Begleiterkrankungen auf. Viele dieser Komorbiditäten stehen in einem dosisabhängigen Zusammenhang mit inhalativen und oralen Kortikosteroiden.


Von Asthma sind weltweit mehr als 330 Millionen Menschen betroffen. Die Erkrankung ist mit einem hohen Maß an Morbidität, Mortalität und sozioökonomischen Kosten verbunden. Eine aktuelle Querschnittsstudie hat nun die Komorbiditätsbelastung bei Patienten mit schwerem Asthma im Vergleich zu Patienten mit nicht schwerem Asthma untersucht. Zudem wurde der Einfluss einer Kortikosteroidanwendung auf das Risiko für  Komorbiditäten berücksichtigt.

Querschnittsstudie aus Finnland

Es wurden Daten aller Erwachsenen (≥ 18 Jahre) mit einer Asthmadiagnose zwischen 2014 und 2017 aus landesweiten finnischen Registern gesammelt. Asthma wurde als anhaltend oder vorübergehend sowie schwerwiegend oder nicht schwerwiegend klassifiziert. Zur Klassifikation wurden jährlich abgegebene inhalative Kortikosteroide, orale Kortikosteroide und Krankenhausaufenthalte verwendet.

Kortikosteroide begünstigen Komorbiditäten bei Asthma

Von 193 730 identifizierten Erwachsenen, bei denen Asthma diagnostiziert wurde, hatten 86,3 % nicht schweres, 8,1 % vorübergehend schweres und 5,6 % anhaltend schweres Asthma. Eine erhöhte Prävalenz von Lungenentzündungen wurde bei anhaltend (22 %) und vorübergehend schwerem (14 %) Asthma beobachtet. Zudem traten Grauer Star, Osteoporose, Adipositas, Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern bei Patienten mit schwerem Asthma häufiger auf. Die Anwendung von inhalativen und/oder oralen Kortikosteroiden trug dosisabhängig zum Risiko mehrerer Komorbiditäten bei, insbesondere Lungenentzündung, Osteoporose, Adipositas, Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern. Ein hoher Einsatz oraler Kortikosteroide und das Vorliegen von Komorbiditäten waren mit höheren Kosten im Gesundheitswesen assoziiert.

Viele Begleiterkrankungen bei schwerem Asthma

Patienten mit schwerem Asthma haben häufig Begleiterkrankungen, insbesondere Lungenentzündungen, so das Ergebnis der Untersuchung. Viele der Komorbiditäten stehen in starkem, dosisabhängigem Zusammenhang mit der Behandlung mit inhalativen und oralen Kortikosteroiden. Laut der Studienautoren sollten die Kortikosteroiddosen in der klinischen Praxis folglich sorgfältig evaluiert werden.

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