Ältere Menschen mit Multipler Sklerose – Impulse setzen in der Apotheke
Ältere mit Multipler Sklerose: Veränderter Beratungsbedarf in der Apotheke
Mit zunehmendem Alter altert auch das Immunsystem. Besonders deutlich wird dies anhand von Infektionen: Die Analyse eines Patienten-Registers in Deutschland zeigte eine höhere Infektanfälligkeit bei älteren MS-Patienten auf, mit Harnwegsinfekten bei 5,1 % der Patienten ab 65 Jahren im Vergleich zu 2,2 % der Patienten unter 55 Jahren oder Herpes simplex-Infektionen bei 7,6 % ab 65 Jahren versus 3,2 % unter 55 Jahren. Im Rahmen einer immunsuppressiven MS-Therapie könnte das Infektrisiko verstärkt werden.1Beratungsschwerpunkte in der Apotheke: Infektionsrisiken
Leitlinie: Empfehlung D2: Verträglichkeit und Sicherheit der MS-Therapie sowie Impfungen adressieren2 Aufklärung: Anzeichen einer Infektion bei älteren Menschen mit MS Check: Wechselwirkungen mit Blick auf eventuell zusätzliche Immunsupression Impulse:- Impfungen auf dem neuesten Stand?
- Ergänzungsmittel zur Unterstützung?
- Bewegung, Schlaf und ausgewogene Ernährung?
Immunseneszenz: Höheres Infektionsrisiko in fortgeschrittenem Alter
Mit zunehmendem Alter finden sich vermehrt kardiovaskuläre Risikofaktoren wie beispielsweise Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes oder Adipositas zusätzlich zu eventuell bereits bestehenden Risikofaktoren wie Rauchen. Diese erhöhen jedoch nicht nur das Risiko für das Herz-Kreislaufsystem, sondern sie erhöhen auch die Wahrscheinlichkeit für einen progressiven Verlauf der MS, fand eine Untersuchung mit 913 Patienten.3Beratungsschwerpunkte in der Apotheke: Herz-Kreislauf und Multimedikation
Leitlinie: Empfehlung D29: Zusätzliche kardiovaskuläre Risikofaktoren gerade bei Älteren mit MS (speziell late-onset) im Blick behalten2 Aufklärung: Herz-Kreislauf-Begleiterkrankungen und Multimedikation Check: Interaktionen zwischen Therapie für MS und Begleiterkrankungen Impulse:- Adhärenz für gute Wirksamkeit?
- Kardiovaskuläre Risikofaktoren minimieren (Rauchen, Gewicht)?
- Multimedikation: Mögliche Anpassung mit behandelnden Ärzten abklären?