Neue Studien zu Multiple Sklerose
Das Risiko für die Entwicklung einer Multiplen Sklerose (MS) erhöht sich nach einer infektiösen Mononukleose. Forscher testeten nun die Hypothese, dass die Mononukleose langfristige Prozesse in Gang setzt, beispielsweise niedrig-gradige inflammatorische Aktivität, die einer präsymptomatischen MS entsprechen könnten. Die kleine Studie deutet auf mögliche Zusammenhänge zwischen Entzündungsmarkern nach einer infektiösen Mononukleose und längerfristig deregulierten Immunprozessen.
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Bei verschiedenen Schäden im zentralen Nervensystem, wie sie auch bei der Multiplen Sklerose (MS) auftreten, sind negative Folgen für das Gleichgewicht möglich. Die gestörte Balance erschwert beispielsweise das Gehen und erhöht das Sturzrisiko. Therapieansätze zum Training der Balance sind lange etabliert und zeigen häufig gute Wirkung. Neuer sind die Exergames, im Englischen nach excercise (Sport) und games (Spiel) benannt: Videospiele, bei denen Körperbewegung als Spielkontrolle integriert ist. In einer Metaanalyse über 41 Studien und über tausend Patienten zeigte sich ein möglicherweise anhaltender Effekt der Exergames bei Gleichgewichtsstörungen.
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Tiefenhirnstimulation (DBS) ist bei Parkinson-Tremor eine etablierte Methode mit langjähriger Erfahrung. Auch bei Multipler Sklerose (MS) kann Tremor auftreten und stark belasten. In einer Meta-Analyse über 13 Studien untersuchten Forscher nun, ob DBS bei MS-Tremor eine mögliche Rolle spielen könnte. Dabei zeigten sich vielversprechende Verbesserungen der mittleren Tremor-Scores. Allerdings sind Fragen nach dem besten Anwendungsprotokoll noch offen und bedürfen weiterer Studien.
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Wissenschaftler ermittelten in einer Querschnittsstudie mit 615 MS-Patienten in der Schweiz, wie häufig Personen mit MS ehrenamtlich tätig waren und welche Faktoren eine solche Freizeitaktivität zu fördern schienen. Demnach nimmt etwa jeder dritte Mensch mit MS in der Schweiz ein Ehrenamt wahr. Barrierefreiheit schien jedoch ein limitierender Faktor zu sein.
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Trotz der bei Multipler Sklerose (MS) hohen Rate psychologischer Komorbiditäten sind diese Probleme eher unterdiagnostiziert und unzureichend behandelt. Iranische Forscher untersuchten die Wirksamkeit des als “Unified Protocol” bekannt gewordenen Konzepts zur transdiagnostischen, auf Emotionen fokussierten Behandlung psychischer Störungen mittels kognitiver Verhaltensinterventionen im randomisiert-kontrollierten Verfahren mit 70 MS-Patienten. Die Methode zeigte sich als wertvolle, zusätzliche psychologische Behandlung, die für ein breites Spektrum an Problemen und im Gruppenformat anwendbar ist.
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Frühere Studien fanden einen Zusammenhang zwischen dem Epstein-Barr-Virus und MS, der Multiplen Sklerose. Waren mehr Viren im Körper zu finden, gab es auch einen stärkeren Krankheitsfortschritt mit Verlust an Gehirnvolumen (kortikal). Ob ein Medikament, das den kortikalen Verlust verlangsamen kann, gegen das Epstein-Barr-Virus wirkt, untersuchten jetzt Forscher. Die Ergebnisse deuten darauf, dass das Medikament selbst antiviral gegen das Virus wirken könnte, das mit dem Risiko für eine Entwicklung der MS in Verbindung gebracht wird.
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Starkes Übergewicht fördert Entzündungen im zentralen Nervensystem und kann zu einem schlechteren Verlauf führen. Zu diesem Ergebnis kommen italienische Forscher.
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Das sogenannte MS-Prodrom, eine Phase mit ersten Anzeichen und Symptomen der Multiplen Sklerose noch vor den ersten nachweisbaren Schädigungen der Nervenzellen, wird verstärkt untersucht, um Betroffene früher zu erkennen und um Ursachen und Verlauf der Erkrankung besser zu verstehen. Forscher analysierten nun Medikationen, die Betroffene in den 5 Jahren vor dem tatsächlichen Beginn der MS einnahmen und verglichen diese mit einer Kontrollgruppe. Demnach zeichnet sich in den Medikamentenverschreibungen schon lange vor der Diagnose das MS-Prodrom ab.
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Ganzkörper-Vibrationstraining gibt es inzwischen in vielen Fitnesszentren und Therapiepraxen. Aber wozu ist diese Methode gut? Italienische Wissenschaftler analysierten den Forschungsstand zum Vibrationstraining bei Bewegungsstörungen im Rahmen neurologischer Erkrankungen und fanden ein vielschichtiges Bild der Effekte: mal konnten Vorteile gefunden werden, mal nicht. Besonders Spastizität, Beweglichkeit und Balance schienen durch das Training verbessert werden zu können.
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Da Sport, speziell aerobes Training das Potenzial hat, als Stimulation zur Reparatur und Entzündungshemmung bei Menschen mit MS zu agieren, wäre Kühlung eventuell ein Ansatz, Sport für MS-Patienten trotz Hitzeempfindlichkeit zu ermöglichen. Die wurde nun in einem Laufband-Training, unterstützt durch ein Gurtsystem, in einem kühlen Raum (16° C) getestet. Das 10-wöchige Training war für Patienten mit MS machbar und könnte positiv auf Gehen, Fatigue, Fitness und Lebensqualität einwirken.
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Eine Studie der Phase 3 (EXPAND) mit dem Sphingosin-1-Phosphat-Rezeptormodulator Siponimod wurde mit Patienten mit sekundär-progressiver MS (SPMS) sowohl mit als auch ohne aktiver Inflammation durchgeführt. Die vorliegende Analyse betrachtete die Behandlungsergebnisse gezielt bei Patienten mit aktiver SPMS. Es zeigten sich ein reduziertes Risiko für weitere Erhöhung des Behinderungsgrads, Vorteile für die Denkleistung und geringere Läsionszunahme im Placebo-Vergleich.
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Wissenschaftler untersuchten, ob die Wirkstoffe Fluoxetin, Riluzol oder Amilorid schmerzlindernd bei neuropathischen Schmerzen bei MS sind. Im Placebo-Vergleich mit 445 Patienten zeigte sich keine Wirkung der drei Substanzen.
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Wirkt Alemtuzumab längerfristig – auch wenn die Behandlung nicht durchgehend fortgeführt wird? Dieser Frage ist ein internationales Forscherteam um Dr. Havrdova von der Karls-Universität in Prag nachgegangen in einer Erweiterung der klinischen Studie CARE-MS I. Viele Patienten, die teilnahmen, profitierten fünf Jahre lang von der Behandlung.
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Neue Meldungen aus Instituten und Kliniken
Ein Forschungsteam der Universität Zürich hat erstmals Biomarker für starke Übermüdung im Speichel identifiziert. Bereits mit einer einzigen Speichelprobe lässt sich akuter Schlafentzug nachweisen. Die Methode könnte künftig dazu beitragen, die Sicherheit im Strassenverkehr und in sicherheitskritischen Berufen zu erhöhen. Guter Schlaf ist für die körperliche und geistige Gesundheit unerlässlich. Dennoch sind Schlafprobleme weit verbreitet: So gab etwa ein Drittel der Bevölkerung in der letzten schweizerischen Gesundheitsbefragung an, unter Schlafstörungen zu leiden. Besonders stark betroffen sind Frauen sowie junge Menschen […]
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Meningokokken-Infektionen treten in Deutschland selten auf, können jedoch innerhalb weniger Stunden einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen. Die Stiftung Kindergesundheit weist auf die Bedeutung einer frühzeitigen Erkennung sowie auf die erweiterten Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) hin, die sowohl Säuglinge, Kinder und Jugendliche, aber auch die allgemeine Bevölkerung durch sogenannten Gemeinschaftsschutz, besser schützen sollen. Meningokokken sind Bakterien, die bei jeder zehnten Person im Nasen-Rachen-Raum vorkommen, ohne Infektionen oder Beschwerden zu verursachen. In den meisten Fällen handelt es sich um harmlose Varianten, die […]
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Nicht rechtzeitig behandelte Infektionen der Zähne oder des Zahnhalteapparates, aber auch Infektionen durch Zahnbehandlungen selbst, können zu dem lebensbedrohlichen Notfall Sepsis führen. Sepsis zählt mit schätzungsweise 140.000 Todesfällen jährlich zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland – und entsteht in rund 80 Prozent der Fälle außerhalb des Krankenhauses. Berlin, Die Sepsis-Stiftung weist auf die unterschätzte Gefahr schwerer Infektionen im Mundraum und Sepsis hin. Sie betont die Bedeutung einer guten Mundgesundheit sowie einfacher Präventionsmaßnahmen. Zahn- und Zahnfleischinfektionen können sich ausbreiten Infektionen an einem […]
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Climate & Health, Environmental Health, EPI Am 11. Juni 2026 findet der bundesweite Hitzeaktionstag unter dem Motto „Gemeinsam vorsorgen für Extremhitze“ statt. Er macht auf gesundheitliche Risiken extremer Hitze aufmerksam und stärkt Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung. Helmholtz Munich unterstützt die Initiative gemeinsam mit über 100 Institutionen aus Deutschland und Österreich. Parallel stellt das WHO Regionalbüro für Europa in Berlin einen überarbeiteten Leitfaden für Hitzeaktionspläne vor, der die Empfehlungen von 2008 aktualisiert und praxisnahe Grundlagen für den Hitzeschutz bietet. Hitze […]
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Die Wirksamkeit des neuartigen Verfahrens Exa-Cel, das auf der präzisen „Genschere“ CRISPR/Cas9 basiert, wurde bei Erwachsenen und Jugendlichen mit Thalassämie und Sichelzellkrankheit in früheren Studien unter Düsseldorfer Beteiligung bereits nachgewiesen. Eine neue Studie, die auch an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und dem Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) durchgeführt wurde, zeigt nun eine Wirksamkeit bei Kindern ab fünf Jahren. Für die Betroffenen, die für einen bestmöglichen Behandlungserfolg auf einen möglichst frühen Therapiebeginn angewiesen sind, sind diese Ergebnisse wegweisend. Die Ergebnisse wurden nun im […]
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Psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen betreffen weltweit Millionen Menschen, doch die zugrundeliegenden Mechanismen sind häufig schwer zu erforschen. Es fehlt an Modellsystemen, die der Komplexität menschlicher Denk- und Gefühlsprozesse, wie Sprache oder Argumentationslogik, gerecht werden. Ein interdisziplinäres Forschungsteam aus Medizin, Psychologie und Informatik am Else Kröner Fresenius Zentrum (EKFZ) für Digitale Gesundheit der Technischen Universität Dresden hat nun gezeigt, dass große Sprachmodelle (LLMs) Muster menschlicher Emotionen wie Angst, Traurigkeit oder Stress reproduzieren können. Zudem bilden sie kognitive Verzerrungen ab […]
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Warum wir altern und warum sich die Alterungsraten zwischen Individuen und Arten unterscheiden, untersucht ein in „Nature Reviews Genetics“ veröffentlichter Übersichtsartikel mithilfe von Evolutionstheorie, vergleichender Genomik und Humangenetik. Die beiden Autorinnen vom Leibniz-Institut für Alternsforschung (FLI) und vom University College London zeigen, dass moderne Menschen heute in der Regel ein hohes Alter erreichen und daher die Folgen biologischer Prozesse erleben, die die natürliche Selektion für das frühe Leben optimiert hat, sowie die Folgen von Mutationen, deren schädliche Wirkung erst spät […]
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Weltblutspendetag am 14. Juni Köln – Die Blutgruppe 0 spielt in der Notfallmedizin eine besondere Rolle. Menschen mit Blutgruppe 0 negativ gelten als sogenannte Universalspender, weil ihre roten Blutkörperchen im Ernstfall nahezu allen Patientinnen und Patienten transfundiert werden können. Gerade bei schweren Unfällen oder Notoperationen, wenn die Blutgruppe der Betroffenen noch nicht bestimmt werden kann, kommen diese Blutkonserven zum Einsatz. Anlässlich des Weltblutspendetags am 14. Juni weist die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie e. V. (DGTI) deshalb auf die hohe […]
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Multizentrische VICToRY-Studie zu hochdosiertem Vitamin C zeigt keinen Nutzen bei schweren Verbrennungen und deutet auf mögliche Risiken hin Eine internationale, randomisierte klinische Studie unter der Leitung des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) und der kanadischen Queen’s University in Kingston kommt jetzt zu einem klaren Ergebnis: Hochdosiertes intravenöses Vitamin C verbessert bei Schwerbrandverletzten weder Überleben noch Organdysfunktion und könnte möglicherweise sogar schädlich sein. Würzburg. Schwere Verbrennungen lösen eine massive Entzündungsreaktion sowie oxidativen Stress aus. Vitamin C gilt als starkes Antioxidans und wird seit […]
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Heidelberger Experten haben ein KI-System entwickelt, das Hirntumoren anhand gewöhnlicher mikroskopischer Gewebeschnitte mit bislang unerreichter Genauigkeit klassifizieren kann. Das System erkennt anhand digitalisierter Standardfärbungen mehr als 100 molekulare Untergruppen von Tumoren des zentralen Nervensystems, liefert Ergebnisse innerhalb weniger Minuten und könnte die Diagnostik von Hirntumoren weltweit beschleunigen. Tumoren des Gehirns und Rückenmarks sind äußerst vielgestaltig. In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass viele dieser Tumoren nur dann zuverlässig diagnostiziert werden können, wenn neben dem mikroskopischen Erscheinungsbild auch ihre molekularen […]
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Größte genetische Studie zu Angstsymptomen mit Würzburger Beteiligung Angst ist ein lebenswichtiges Warnsystem des Menschen. Doch bei Millionen Betroffenen gerät diese Funktion aus dem Gleichgewicht und entwickelt sich zu einer belastenden Erkrankung. Eine neue internationale Studie mit fast 700.000 Teilnehmenden liefert nun in „Nature Human Behaviour“ die bislang umfassendsten Hinweise auf die genetischen Grundlagen von Angst – und bringt damit ein jahrzehntelanges Forschungsziel einen großen Schritt voran. Würzburg. Angst, Furcht und auch Sorgen sind normale Stressreaktionen, die uns helfen, aufmerksam zu […]
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Zu viel Cholesterin im Blut erhöht das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Neben Medikamenten sind dann Lebensstilfaktoren wie gesunde Ernährung und Bewegung wichtig. Wie stark lassen sich damit die Werte senken? Ein Herz- und Fettstoffwechselspezialist klärt auf / Zum Tag des Cholesterins (12. Juni) (Frankfurt a. M./Leipzig) Ernährungstipps von Promis und Influencern machen in sozialen Medien immer wieder die Runde. Aktuell wird etwa der Verzehr von Haferbrei oder der Verzicht auf Eier wegen günstiger Effekte auf den Cholesterinspiegel propagiert. Für viele Menschen mit […]
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Anlässlich der heutigen Veröffentlichung einer Studie des DZNE Magdeburg macht die Alzheimer Forschung Initiative (AFI) auf das Potenzial digitaler Messverfahren für die Erforschung kognitiver Veränderungen aufmerksam. Die von der AFI geförderte Studie unter Leitung von Dr. David Berron zeigt, dass sich Gedächtnisveränderungen bei Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung mithilfe Smartphone- oder Tablet-basierter Tests erfassen lassen. Die wissenschaftliche Auswertung und Veröffentlichung liegen beim DZNE in Kooperation mit Universitätskliniken in Deutschland, der University of Wisconsin-Madison in den USA und dem Magdeburger Start-up […]
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