Keine Angst vor innovativen Arzneimitteln – was Sie bei der Verordnung beachten sollten

Verordnungsthema:

Depression

Neue Studien zu Depression

Die Zahl der Patienten mit behandlungsresistenter Depression, die mit rTMS behandelt werden kann, hängt von der Verfügbarkeit der Geräte und Behandler ab. Mediziner und Psychiater in Adelaide (Australien) untersuchten daher in einer nicht-randomisierten Studie, ob auch kürzere Behandlungssitzungen wirksam sind. Bei 145 Patienten zeigte sich demnach kein signifikanter Unterschied in Ansprechrate und Remissionsrate mit 15 oder 30 minütiger Behandlung, die 3mal wöchentlich über 6 Wochen erfolgte. 

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Die Behandlung bipolarer Depression stellt eine besondere Herausforderung dar. Die Substanz Cariprazin ist zur Behandlung von Schizophrenie und in den USA auch zur Behandlung akuter manischer Phasen sowie depressiver Episoden bei Bipolarer Störung Typ 1 zugelassen. Nun wurde die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit auch bei depressiven Episoden bei Bipolarer Störung Typ 1 und Typ 2 untersucht. Die Studie bot keine klaren Hinweise auf Wirksamkeit von Cariprazin im Vergleich zum Placebo, bestätigte allerdings das bisherige Sicherheitsprofil des Medikaments. Die Autoren geben Empfehlungen für weitere Studien zur Wirksamkeit von Cariprazin bei bipolarer Depression.

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Forscher ermittelten bei Patienten, die bei hochfrequenter Stimulation mit repetitiver transkranieller Magnetstimulation (rTMS) nicht frühzeitig Verbesserungen depressiver Symptome zeigten, ob eine Augmentation mit zusätzlicher Stimulation eine Verbesserung der Ergebnisse bewirken könnte. Besonders eine spezielle Signalfolge (Theta-Bursts) ergänzend zur hochfrequenten rTMS könnte demnach die Behandlungsergebnisse verbessern.

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Eine prospektive, große Kohortenstudie in Großbritannien zeigte, dass Depression das Risiko für die Entwicklung der kardiometabolischen Erkrankungen Typ-2-Diabetes, Schlaganfall und KHK erhöht und zudem das Risiko steigert, mehrere dieser Erkrankungen zu entwickeln, also multimorbid zu werden. Menschen mit Depression sollten demnach nicht nur effektiv gegen ihre psychische Erkrankung behandelt, sondern auch mit Blick auf Herz-Kreislauf und Stoffwechsel häufiger präventiv untersucht und versorgt werden.

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Forscher untersuchten bei Patienten mit Depression, ob sie unter Schmerzen litten und ob dies mit einer Migränediagnose in Zusammenhang stand. Patienten mit Depression und Migräne mit aktiven Kopfschmerzen in der letzten Woche litten demnach häufiger unter weiteren körperlichen Schmerzen und erreichten seltener im untersuchten Zeitraum eine Remission von der Depression. Die Autoren empfehlen daher eine stärker übergreifende Therapie von Migräne und Depression.

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Das neuere Medikament Cariprazin wird nun stärker nach möglichen Warnsignalen und eventuellen Problemen beleuchtet. Eine Analyse von vier klinischen Studien fand aber, dass sowohl mit variablen als auch mit festen Dosierungen die Behandlung bipolarer Depression mit Cariprazin sicher und gut verträglich im Vergleich zum Placebo war.

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Eine Studie untersuchte, ob eine Ernährung mit einer speziellen Zusammensetzung mehrfach ungesättigter Fettsäuren einen Beitrag zur Stimmungsstabilisierung bei der Bipolaren Störung liefern kann.Im Vergleich zu einer parallel untersuchten Kontrollgruppe mit Standardernährung reduzierte sich die Variabilität in Stimmung und Reizbarkeit in der Testgruppe, die über 12 Wochen eine höhere Konzentration an 3-fach ungesättigten Fettsäuren und reduzierte Mengen 6-fach ungesättigter Fettsäuren einnahmen als üblich. Das ergänzende Therapiekonzept soll nun weiter untersucht werden.

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Lithium ist eine effektive Phasenprophylaxe und wirkt anti-manisch bei der Bipolaren Störung. Allerdings muss bei der Behandlung mit Lithium genau auf die Dosierung und Konzentration im Blut geachtet werden: zu viel ist toxisch, zu wenig wirkt nicht. Forscher suchen daher nach Wirkstoffen, die ähnlich bei der Bipolaren Störung in den Krankheitsprozess eingreifen, aber leichter und verträglicher einzusetzen sind. Ebselen könnte nach neuen Untersuchungen ein möglicher Kandidat hierfür sein. 

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Die vorliegende Studie untersuchte, unter welchem psychologischen Stress eine Kohorte von Patienten mit affektiven Störungen nach einer Lockdown-Phase von 7 Wochen litt und ob dies mit Vitamin D-Mangel in Zusammenhang stand. Bei 112 Patienten zeigte sich eine Assoziation von psychischem Stress mit unipolarer Depression und dem Vitamin D-Spiegel. Die Autoren schließen, dass stärker auf den Vitamin-Haushalt als Risikofaktor gegenüber Stressoren geachtet werden sollte.

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Die vorliegende Studie untersuchte verstärktes Grübeln bei Patienten mit unipolarer oder bipolarer Depression und seinen Bezug zu kognitiver Funktion, Emotionsregulation und psychologischer Widerstandskraft im Vergleich zu gesunden Kontrollen. Die Neigung zum Grübeln und eventuell manche kognitive Funktionen könnten demnach eventuell bipolare und unipolare Depression unterscheidbar machen – und womöglich einen Ansatz zur Therapie bieten.

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Nach einer Neu-Analyse einer früheren Studie mit 112 Patienten mit Altersdepression kann eine ergänzende Sportbehandlung die antidepressive Therapie messbar aufwerten. Sport wirkt sich dabei besonders auf die Stimmungssymptome aus. Effekte konnten im Rahmen dieser Untersuchung kurzfristig (in den ersten 4 Wochen), aber auch langfristig nach ein paar Monaten gemessen werden.

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Neue Meldungen aus Instituten und Kliniken

Magen-Darm-Tumoren sind weltweit für mehr als ein Drittel aller krebsbedingten Todesfälle verantwortlich. Eine wichtige Rolle bei der körpereigenen Abwehr könnten sogenannte MAIT-Zellen spielen. Sie erkennen und zerstören Tumorzellen, doch im Tumorgewebe ist ihre Funktion oft eingeschränkt. Ein Forschungsteam der Charité – Universitätsmedizin Berlin unter der Leitung von Katja Kotsch untersuchte sie nun bei fünf Krebsarten des Magen-Darm-Trakts: Auf MAIT-Zellen im Tumor ist der aktivierende Rezeptor NKG2D bei allen fünf verringert. Beim Leberzellkarzinom (HCC) hängt dies zudem mit dem Überleben der […]

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Die Pilzsaison hat dieses Jahr spät begonnen. Doch beim Sammeln ist Vorsicht geboten – nicht jeder Pilz ist essbar. In der MHH behandeln Ärztinnen und Ärzte derzeit erneut Opfer lebensgefährlicher Pilzvergiftungen. Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) meldet eine Zunahme schwerer Vergiftungsfälle. Diesen Herbst erlitten bisher vier Patienten eine Pilzvergiftung. Zwei überlebten dank eines Gegengifts, einer erhielt erfolgreich eine neue Leber. Der vierte Patient starb. Hauptverursacher der Vergiftungen ist der Knollenblätterpilz. Viele Betroffene stammen aus Ländern wie Russland, der Ukraine, dem […]

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Gesellschaftliche Entwicklungen und Erwartungsdruck belasten die 14- bis 34-Jährigen Villingen-Schwenningen – Acht von zehn jungen Bundesbürgern fühlen sich oft gestresst. Mit gravierenden Folgen: Neben mentaler Erschöpfung und Schlafproblemen führt Stress bei 55 Prozent der Betroffenen dazu, sich zurückzuziehen. Das geht aus der repräsentativen Studie „Zukunft Gesundheit 2026“ der vivida bkk und ihrer Stiftung „Die Gesundarbeiter – Zukunftsverantwortung Gesundheit“ hervor. Für die Studie wurden 1.045 Personen im Alter von 14 bis 34 Jahren befragt. Die Auslöser für Stress sind dabei unterschiedlich. […]

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Forschende der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) haben untersucht, wie das Immunsystem eine seltene Form von Lymphdrüsenkrebs bekämpft. Dabei identifizierten sie bestimmte Abwehrzellen, die für die Wirksamkeit einer Immuntherapie entscheidend sind. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Blood“ veröffentlicht. Immuntherapien haben die Behandlung vieler Krebserkrankungen grundlegend verändert. Bei T-Zell-Lymphomen, einer seltenen Form von Lymphdrüsenkrebs, stellt dieser Ansatz jedoch eine besondere Herausforderung dar. Wie kann das Immunsystem sicher und effektiv Krebszellen bekämpfen, die selbst aus Immunzellen entstanden sind? Dieser Frage ist ein internationales Forschungsteam […]

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Das Pankreaskarzinom gehört zu den aggressivsten Krebsarten mit einer ungünstigen Prognose. Das Ziel der Partner im EU-Projekt RELEVIUM ist die Verbesserung der Palliativversorgung und der Lebensqualität von Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs durch digitale Tools und eine KI-assistierte, multimodale Intervention. Mit Methoden der erklärbaren Künstlichen Intelligenz (XAI) tragen Forschende am Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM dazu bei, personalisierte Behandlungspläne umzusetzen und das Wohlbefinden und Selbstmanagement von Betroffenen zu stärken. Das Pankreaskarzinom, ein bösartiger Tumor der Bauchspeicheldrüse mit hoher […]

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Forschende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und vom Stammzellinstitut HI-STEM* haben bei Mäusen eine Gruppe besonders langlebiger Blutstammzellen entdeckt. Diese Zellen verharren außergewöhnlich lange im Ruhezustand und bewahren dabei ihre Fähigkeit, neue Blutzellen zu bilden. Die neu entdeckte Zellpopulation könnte dafür verantwortlich sein, die Blutbildung und Immunabwehr lebenslang aufrechtzuerhalten. Unser Körper produziert täglich Milliarden neuer Blutzellen. Sie transportieren Sauerstoff, bekämpfen Krankheitserreger und sorgen dafür, dass Blutungen gestillt werden. Verantwortlich für diesen lebenswichtigen Nachschub sind Blutstammzellen im Knochenmark. Sie können sich selbst […]

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Fehlt dem Körper das Schutzeiweiß Alpha-1-Antitrypsin (AAT), kann es zu lebensbedrohlichen Schädigungen an Leber und Lunge kommen. Bei einem schweren Verlauf dieser erblich bedingten Stoffwechselstörung benötigen Betroffene lebenslang jede Woche eine AAT-Infusion. Ein Forschungsteam der MHH hat in Kooperation mit einer Klinik in Shanghai eine revolutionäre Therapie entwickelt, die den zugrundeliegenden Gendefekt repariert. Sieben Patientinnen und Patienten sind mit dem Verfahren des sogenannten Base-Editing bereits erfolgreich behandelt worden. Ein Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (AATM) ist eine angeborene Stoffwechselerkrankung. Ursache ist ein Gendefekt, wodurch […]

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Ergebnisse der PreVitaCOV-Studie in eClinicalMedicine veröffentlicht PreVitaCOV ist eine der ersten großen Therapiestudien zu Post-COVID in Deutschland. Drei Institute für Allgemeinmedizin testeten unter Federführung des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) Prednisolon und B-Vitamine bei mehreren hundert Patientinnen und Patienten. Unter niedrig dosiertem Prednisolon gingen die Symptome nach vier Wochen statistisch signifikant stärker zurück als ohne Behandlung– am deutlichsten bei der Fatigue. Ob dieser Effekt im Alltag spürbar ist, bleibt jedoch offen. Die Ergebnisse sind im Fachjournal eClinicalMedicine erschienen. Würzburg. Anhaltende Erschöpfung, Atemnot, […]

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Gemeinsame Pressemitteilung von Paul-Ehrlich-Institut und BfAr Arzneimittel können Leben retten und die Gesundheit vieler Menschen weltweit verbessern. Sie können jedoch auch unerwünschte Nebenwirkungen verursachen. Manche Nebenwirkungen treten plötzlich auf, während andere sich allmählich und sogar erst nach längerer Einnahme entwickeln. Manche sind deutlich spürbar, andere verlaufen „still“ und lassen sich nur durch Untersuchungen feststellen. Um mögliche Arzneimittelrisiken frühzeitig zu erkennen, ist es wichtig, Verdachtsfälle von Nebenwirkungen zu melden. Darauf macht die internationale Kampagne #MedSafetyWeek vom 02. bis 08.11.2026 aufmerksam. Mehr […]

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Das Bundesministerium für Gesundheit hat den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung für 2027 auf 2,9 Prozent festgelegt. Damit bleibt der Satz auch im kommenden Jahr stabil. Grundlage ist das Ergebnis des GKV-Schätzerkreises vom 14. Oktober. Demnach werden die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung im kommenden Jahr deutlich langsamer steigen als noch 2026. Das ist vor allem auf das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz (GKV-BStabG) zurückzuführen. Über die exakte Höhe des kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes entscheiden die Krankenkassen selbst. „Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz ist in den vergangenen Jahren […]

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Mehrere Bluttests haben das Potenzial, eine fortgeschrittene Leberfibrose und eine Leberzirrhose zuverlässig und frühzeitig zu erkennen, zeigt die internationale LITMUS-Studie. Im bislang größten und umfassendsten Vergleich dieser Art testete das Forschungsteam mehr als 30 Biomarker und Testkombinationen, um eine nicht-invasive Diagnosemöglichkeit der metabolisch bedingten Fettlebererkrankungen zu finden. Dabei erwies sich der Biomarker Thrombospondin-2 (TSP2), der vom Institut für Translationale Immunologie (TIM) der Universitätsmedizin Mainz entwickelt und validiert wurde, als vielversprechender Einzelmarker. Die zuverlässige Beurteilung von der metabolisch bedingten Fettlebererkrankung (MASLD, […]

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Internationaler Forschungsverbund LITMUS (Liver Investigation: Testing Marker Utility in Steatohepatitis) veröffentlicht zwei wegweisende Studien zu diagnostischen Tests bei Lebererkrankungen Newcastle/Würzburg. Zwei große internationale Studien haben die bislang aussagekräftigsten Belege dafür geliefert, mit welchen nicht-invasiven Tests sich die stoffwechselbedingte Fettlebererkrankung (MASLD für Metabolic Dysfunction-Associated Steatotic Liver Disease) und ihre schwerere Form, die stoffwechselbedingte Fettleberentzündung (MASH für Metabolic Dysfunction-Associated Steatohepatitis), genau diagnostizieren und deren Schweregrad bestimmen lassen, wodurch die Notwendigkeit einer Leberbiopsie verringert wird. Die in den Fachzeitschriften „The Lancet“ und „Nature […]

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Wie bringt man Menschen dazu, sich umweltverträglicher zu verhalten? Vor dem Hintergrund dieser Frage liess eine Basler Psychologin die Teilnehmenden einer Studie kalt duschen. Wer sich regelmässig überwinden konnte, profitierte mehrfach. Noëmi Kern Obschon viele wissen, dass ihr Verhalten einen negativen Einfluss auf die Umwelt hat, tun sie sich schwer damit, anders zu handeln. «Vor allem dann, wenn die Veränderung mit einem empfundenen Verzicht einhergeht oder höhere Kosten mit sich bringt», sagt die Psychogin Dr. Lena Glaser. Sie kennt diese […]

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